The covey shot…Flintenschießen jagdlich…mal anders

Zu aller erst hat das Schießen mit der Flinte auf künstliche Ziele eine jagdliche Übungsbestimmung.
So entstanden Trap, Skeet und Parcours.
Heute sind diese Übungen fest in der Hand von Verbänden und deren Regelwerken.
Dennoch finden sich immer wieder Menschen , die auf Regelgedöns und normierten Ablauf pfeifen und sich ihre eigene kleine Flintenwelt basteln wollen.
Auch der Jagdparcours entstand mal so, bewegt sich aber immer weiter von der rein jagdlichen Übung, zu einem sportlichen Muskelvergleich der Extremanforderungen und mit immer exotischeren Präsentationen und Kombinationen wird er nicht nur anspruchsvoller ,sondern er verliert auch den jagdlichen Bezug.
Doubletten aus 50 Meter, Battues und 4 Meter Rollhasen, extrem kleinen Schußfenster und Teals auf 65Meter Distanz haben in der Zeit der Stahlschrotpatronen, die wir auf der Jagd nutzen müssen, wenig jagdlichen Bezug.
Dies soll kein Vorwurf sein, eher ein Einwurf, den jagdlichen Charakter nicht zu verlieren und vor allem, nicht die Normalschützen aus dem jagdlichen Umfeld, mit akrobatischen Vorgaben in die Winkeecke der grünen Shotguntubbies zu vertreiben.

Abseits der Regelwerke kann’s auch sehr spannend sein.
Ein Beispiel ist der Covey shot…Covey heißt Kette oder Schwarm und jeder Entenjäger und Liebhaber der Hühnerjagd weiß was dies heißt.
Eine Gruppe von gleichzeitig in einer Richtung sausende Gruppe von Vögeln…und Jäger die nebeneinander verteilt, diese beschießen wollen.
Ein guter Freund, Flintenfreak der Extraklasse und so unabhängig, sich einen privaten Stand leisten zu können, realisierte dort eine solche Wurfanordnung.
Ein alter Hänger (somit mobil) wurde als Plattform genutzt.
Zunächst wurden 4 alte Standard Wurfmaschinen leicht versetzt montiert und synchronisiert.
Aus einer Deckung flogen nun 4 Tauben gleichzeitig wie ein flotter Schwarm Enten.
Die Schützen standen zunächst erst Quer zur Präsentation, dann versetzt spitz zur Flugbahn, später dann frontal und konnten so die Tauben schließlich als Überkopf-flush schießen.
Der einzelne Schütze war gezwungen, sich mit seinem Nachbarn vorher zu einigen, welche Ziele er beschießen wollte. Selbstkontrolle , Flintenkompetenz , Teamwork !

Gewertet, weil‘s zwar eine Gaudi ist, aber da man schließlich wissen wollte, wer abends die Zigarren bezahlt, wurde nach KO-Ssystem.
So fing das ganze an. In der Zwischenzeit sind aus einem Hänger zwei geworden , die alten Surplusmaschinen gegen modernste Automaten mit regelbarer Elektronik für minimal versetzte Auslösung ausgetauscht worden. Simuliert werden kann nun ein Schwarm von bis zu 6 simultanen Zielen die von 2 bis 3 Schützen aus unterschiedlichen Winkeln beflakt werden können.
Wohlgemerkt kein Flushschießen, in dem mehr Ziele präsentiert werden, als Munition in den Läufen ist und in dem hektisch nachgeladen werden muss.

Es wurden mit diversen Maschinen und Wurftauben experimentiert. So kamen MiniTauben zum Einsatz, wie auch ZZ Automaten und Turbulenzmaschinen. Doch stellte sich heraus , dass es zwar immer schwieriger gemacht werden konnte, man sich aber immer weiter vom Ziel der jagdlichen Präsentation entfernte.
Die Schußentfernungen pendelten sich bei 30 bis 40 Meter, da der Wirksamkeit der Patronen (z.B WE) auf Wild oberste Priorität gegeben wurde.

Was blieb, war eine famose Übung für die Jagd, welche die Zielerfassung und die Konzentration des Schützen auf die Ziele, die im Schwarm für IHN machbar sind, schult.

Wichtig ist dabei die jagdlich realistische Entfernung…und glauben Sie mir…auch in solchen Entfernungen sind diese Ziele eine Herausforderung…wie ein Scharm flitzender Enten oder eine Gruppe blitzartig aufflatternder Steinhühner.
Nun ist das ganze kein exotischer und unbezahlbarer Spleen eines einzelnen.

Mit ein paar alten gut gewarteten Maschinen, die ansonsten in der Scheune darauf warten entweder ausgeschlachtet ,verkauft oder als Ersatz im Wettkampf eingesetzt zu werden, ist das machbar und bezahlbar.
…Manpower, Fantasie und Begeisterung für etwas Neues vorausgesetzt.

Bunduki

PS.
Bevor sich nun einige aufregen: mir ist die Situation vieler Stände,unser Wust an Vorschriften und die finanziellen Nöte der Standbesitzer durchaus bekannt…aber alle Orangen haben eben zwei Seiten :-)und die Welt ist gar nicht klein…

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nicht in die Röhre gucken….side saddle…das Magazin das keines ist

Es war nicht nur die erste große Revolution, der Durchbruch im Flintenbau, als die erste mehrschüssige Finte entstand; nein, es war auch die Geburtsstunde der größten Fehleinschätzung bei der Nutzung von Flinten.
Die erste mehrschüssige Flinte war natürlich nur eine zweiläufige Waffe, damals noch mit 2 Hahnschlössern, aber sie bot ihrem Nutzer einen unschätzbaren Vorteil:
Das zweite Stück Beute!

Und genau darum ging und geht es bei mehrschüssigen Flinten: mehr Beute zu machen.
Es ging nicht darum, den ersten (Fehl)Schuss durch den zweiten, dritten etc. zu korrigieren.

Damals, in der Zeit der Steinschlösser, musste jeder Schuss zählen und Essen auf den Tisch bringen.
Schießen hieß Beute machen, überleben und sich und die seinen ernähren…

Doppelte Läufe=doppelte Beute=ein Esser mehr satt!

Und dort, wo Jagen und Schießen nur um der gesellschaftlichen Position Willen und der eitlen Positionierung in einem dekadenten System von Überfluss und Mangel zelebriert wurde, dort galt der zweite Schuss und gilt bis zum heutigen Tage (in einem neuen, nur ein wenig weniger eitlen System ), nur dem zweiten Ziel ! Allerdings scheint der sportlich Anspruch höher, als die reale Umsetzung .

Der Wunsch nach mehr Beute brachte die Idee der mehrschüssigen Flinte auf den Weg, die sich in Form der Magazinflinten Ende des 19 Jh. und ab den 20er Jahren des 20Jh. durchsetzte.
Magazinflinten fanden natürlich auch militärisch und im persönlichen Schutzbereich intensive Nutzung…aufgrund ihrer verheerenden Wirkung .Dies den Magazinflinten heute noch als „charakterisierung“ anzulasten ,hieße auch die Repetierbüchsen zu verdammen, weil sie ebenso militärisch genutzt wurden.

Die überwiegende Anzahl der Magazinflinten wurden erst als Jagdwaffen entworfen und erst in zweiter Fabrikationslinie als Militärwaffen gefertigt.
Allerdings ist der Mensch überall auf der Welt „ein Viech“, wie mein Opa zu sagen pflegte, und so wurde die Möglichkeit des mehrfachen Schießens missbraucht.
Taten es die einen mit hochtrainierten Flintenspannern und drei Querflinten, so tat es das Fußvolk eben mit der Browning oder Winchester.

Man ballerte was das Zeug hielt, und die Magazinflinten hielten viel aus, mehr als manche exklusive Querflinte und da war es nicht verwunderlich, dass in dem einen Teil der Welt (in unserem) diese Flinten als unwaidgerecht geächtet wurde… schließlich gibt sich der Mensch nie selbst die Schuld solang er ein Werkzeug zum verteufeln finden kann.

Im anderen Teil, also in Nordamerika, wurde man durch diese Flinten auf ein Dilemma aufmerksam, welches man viel zu lange ignoriert hatte: Das man sich seiner Wildtiere , seiner Jagdbeute, der Grundlage seiner Jagd beraubte.
Fakt ist, dass Ende der 20er Jahre in Nordamerika die Flugwildbestände dramatisch reduziert waren. Einige Spezies waren ausgerottet, viele bis hin zur ordinären Wildente, erheblich bedroht.
Keine oder unzureichende Jagdgesetze, unkontrollierte Jagd ohne Schonung und kein Bewusstsein für die nachhaltige Nutzung der Natur führten zum Kollaps eines anarchischen Jagdsystems .

1937 gründeten Jäger in Canada eine neue Art von Naturschutzorganisation, eine Plattform für die Hege und die Nutzung der Wildente, die schnell von Industrie und Politik ernst genommen und zum Rohmodell für den Naturschutz in Nord Amerika wurde.
Ducks unlimited

Längst hat sich die Organisation auf alle Wasserwildarten ausgeweitet

Ihr Einfluß wuchs und es formierte sich eine Lobby der vorausschauenden Jäger, die in den 40er Jahren neue Jagdgesetze formulierten.
Grundgedanke dieser Gesetze war die Selbstbeschränkung des Einzelnen, um allen die Jagd weiterhin zu ermöglichen.
Ein Bestandteil der neuen Regeln war die Magazinbeschränkung, die sich mit den „limited bags“,der Beschränkung der Tagesbeute und der zeitlichen Einschränkung ,den Jagdzeiten, ergänzte.
Übrigens regte man damals schon an, sich mit der Bleiproblematik zu beschäftigen; eine Anregung die in vielen Teilen der Welt , mal früher (USA) … mal später (DE) zu Gesetzesänderungen führte.

Die Beschränkung der Magazinkapazität von Flinten, i.e. die Schussbegrenzung, wurde in vielen nationalen Jagdgesetzen ,auch innerhalb unterschiedlicher Jagdsysteme ,kopiert.
Mal für Selbstlader und Repetierflinten gemeinsam (z.B. Canada, Spanien), mal einen Hauch unlogischer wie bei uns, mal ein wenig despotischer wie in Frankreich.

Überall gleich ist der „Plug“, die Stange im Magazin, welche die Kapazität der Röhre beschränkt.
In einigen Flinten ist die Beschränkung fest installiert, um den Bestimmungen von Ländern wie Frankreich zu entsprechen. Bei den meisten Flinten ist der Plug aber mühelos zu entnehmen.
So leicht wie es auch sein mag, so illegal ist es… auch bei uns.
Also, erst mal lernen mit drei Schuss drei Ziele zu treffen, bevor man schimpft, dass einen der Staat in der Freiheit des Ballerns beschränkt.

Aber gehen wir mal davon aus, nur so als Spass, man hätte auf einem der aufgeweckteren Stände, mit einer aufgeweckteren Standordnung fleißig geübt und die Triplette (das Dreifachziel…nicht „Trilette“ lieber Tiro ,das ist ein Dreirad) auf Schuss, also Jagdnah und durchaus realistisch, klappt…?
Was liegt nun näher, sagen wir mal auf der Krähenjagd oder im Kornkreis der Tauben schnell wieder schussbereit zu sein ?

Da wird in den Taschen gefummelt, um an die Patronen zu kommen, sich verrenkt und geflucht…
Dabei geht’s einfach, wenn man sich die Erfahrungen andere zu Nutze macht.
Die IPSC schützen und dienstlichen Nutzer von Magazinflinten vertrauen seit langem auf sogenannte Side saddle. An der linken Verschlusskastenseite angebrachte Plastikklemme für vier bis 6 Patronen.
Stimmt, die Dinger sehen grauslig aus, verkratzen den Kasten, stören irgendwie, wenn man nicht im Krähenschirm sitzt.
Um die feste Montage solcher Teile zu umgehen, erfand ein cleveres Kerlchen in den USA einen Munitionshalter aus Velcro .Blitzartig an und abnehmbar.
Selbstverständlich ist dieses Teil in Deutschland nicht erhältlich …weil Pfui Bah und überhaupt es keiner importieren will , weil‘s eh keiner zur Kenntnis nimmt und …

Und deswegen, weil ich es dennoch praktisch finde, schnell nachzuladen und die Ersatz-Patronen direkt neben der Magazinöffnung zu haben, hab ich mir einfach ein Stück Klettband an den Verschlusskasten meiner Flinte (schön fettfrei machen ,hält ewig und lässt sich rückstandsfrei entfernen) und meine hier schon vorgestellten Patronenclips geklebt.
Bundukis Bastelstunde


und schwupps… hab ich Ordnung in der Tasche…weil sich ein Viererclip ideal transportieren und bereit legen lässt…er mit unterschiedlichen Patronen bestückt werden kann und ich kombiniert mit der Speedloadfunktion der Browningflinte recht hurtig nachladen kann, ohne das gesetzliche Limit meiner 2plus1 Magazinbestimmung zu verletzen.
Schießt man damit nun Dauerfeuer und rottet ganze Spezies aus ?
Nein!
Hat man damit einen taktischen Vorteil bei der Bekämpfung von Flugsauriern und stolpernden Zombies?
Ja…wer in so einer Welt lebt, braucht jeden Vorteil…
Erleichtert‘s die Jagd im Schirm…
Ohh ja!
Macht man damit mehr Beute?
Sie stellen aber komische Fragen….

Bunduki

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Flintenjagden…get ready NOW

Es geht loß!
Keine Ausreden mehr, keine Entschuldigungen, kein Vertrösten…
Die Flintenjagden stehen an…und mit Ihnen ist der Beweis zu erbringen, ein sauberer Schütze zu sein.

Flinte überprüfen JETZT
Ausrüstung überprüfen JETZT
Und Üben …auch JETZT
Wir helfen Ihnen wieder in Schwung zu kommen , bei der Auswahl einer neuen Flinte und bei allem rund um die Flintenjagd.
Einzelkurse und Gruppenkurse (bis max 4 Pers), halbe und ganze Tage
Auf Ihre Jagdbedürfnisse abgestimmt!
Sprechen Sie mit uns

A.v.Wenzl

Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir Verkaufsberatung für Flinten und Ausrüstung nur im Rahmen unseres Unterrichtes und somit nur für Kunden geben.

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„Fast ladies“… Flinten schießende Damen

Sie sind eine echte Bereicherung unserer deutschen Flintenszene: schießende Damen.

Jeden Sommer kann man mehr junge Frauen mit Flinte auf den Ständen der Republik sehen.

Mit und ohne Jagdschein, aber immer mit Begeisterung suchen Sie die Herausvorderung an den beweglichen Zielen.

Neu? Ungewöhnlich? Nein!

Wir hinken da nur einer weltweiten Entwicklung hinterher,denn in anderen Ländern sind Frauen beim Flintenschießen längst eine akzeptierte Größe.

Leider noch viel zu oft,plagen sich Damen mit ungenügender Ausrüstung.
Da sind die abgelegten oder ungeliebten weil unbeherrschten Flinten von Papi im Einsatz,oder man hat den Jungjägerinnen die abgeschrabbelten 16er Querflinten als „Jungjägerangebot“angedreht.
Es ist immer noch schwierig für eine Frau sich in der Männerwelt der Waffengeschäfte und Jagdvereine zu etablieren.

Dabei lernen Frauen schneller als Männer, weil ihnen der „John Wayne Komplex“ abgeht und sie können das spielerische Element des Flintenschießens schneller umsetzen.

Allein es mangelt an professioneller Ausbildung und guter Ausrüstung.

Ersteres wird nach guter „teutscher“ Sitte durch gockelndes Gelaber allwissender Experten,deren einzige Qualifikation wohl der kleine biologische Unterschied und die zufällige Anwesenheit auf dem Stand zu sein scheint.

Eine Schülerin nannte das mal die „grüne Laberwand“ durch die sie erst ignorierend durch muß, um in Ruhe ihre Runden zu schießen…
Ihre Methode Ruhe zu finden ist: charmant lächeln und den Gehörschutz stumm schalten…empfehlenswert!

Die Angebote an Ausrüstung werden langsam besser, seit die Industrie Frauen als Kunden wahrgenommen hat. Dennoch sind wir weit von England , Italien und den USA entfernt.

Niemand muss sich dort mit zwei angebotene Schießwesten in weiblichem Design beschränken.
Und „Damenflinten“ heißt dort nicht „Schaft ab und kleines Kaliber“, sondern von Senkung und Schränkung, Lauflänge und Balance abgestimmte Waffen.
Auch werden dort, ungehemmt von Vorurteilen, Selbstladeflinten angeboten. Die Logik weniger Rückstoß verarbeiten zu müssen, bei gleicher Effektivität, greift bei Damen schneller.

Bei uns allerdings sehr schwierig, denn wer sich als Frau in der Jagd durchsetzen will , möchte sich die dummen Sprüche der „grünen Wand“ zum „Vollernter“ nicht auch noch antun.

Exemplarisch sei hier eine US Firma genannt, die exklusiv Waffen für Frauen fertigen lässt; Schäfte und Haptik sind abgestimmt auf die Bedürfnisse der schießenden (US-?)Frau. Wobei natürlich einzuschränken ist, dass jede Art von Normierung im Flintenbau seine Grenzen in der Unterschiedlichkeit der Physis des Schützen hat. Nicht jede Frau ist zart und klein oder walkürenhaft gebaut…man hört ähnliche Unterschiede auch vom anderen Geschlecht….:-)

Syrenguns

Bemerkenswert ist, dass die Hersteller dieser Waffen (Fabarm und C.Guerrini) auch in DE Vertretungen haben/hatten, diese aber die Gelegenheit nie nutzten, auch mal bei uns diesen Markt auch nur Ansatzweise zu testen.
Gerade die junge Generation von Schützinnnen wächst mit Fitness und Sport auf und ist besonders körperbewußt.Ergo ist gerade diese Gruppe prädestiniert, individuell passendes Gerät zu benutzen.

Fachliche Beratung beim Waffenkauf und der Anpassung sollte hier oberste Priorität haben.Denn eines sollte jedem Flintenschützen klar sein:
Blaue Flecke an der Wange durch nicht passende Schäfte und schmerzende Schultern führen nur dazu die „Flinte ins Korn“ zu werfen.

Also sollte von Anfang an professioneller Rat gesucht werden, damit der Umgang mit der Flinte beim Sport und auf der Jagd spielerisch und mit Freude an der Bewegung und am Treffer gelernt werden kann.

Das Frauen genauso verrückt nach der „Flintelei“ werden können, zeigen Beispiele einer Livestilezeitschrift aus den USA.
Garden and guns

Ladies shooting

Wer sich nun einmal inspirieren lassen möchte, was es alles an nützlichem und sinnlosem für die Flintenschießende Dame gibt, für den hat Joe Potoski auf seiner fabelhaften Lost Target Seite einige Links gesammelt .
Außerdem einige Videos zum Thema
Clays for women

Und für die Herren ein Tip:
Eine Ehefrau die Flinte schießt, wird sich nie über die Größe des Waffenschrankes beklagen…allerhöchstens will sie selber einen

Bunduki

Flintenkurse und Workshops „Ladies only“ sind jederzeit bei uns buchbar.
Wie immer stellen wir ein individuelles Program nach Ihren Wünschen zusammen.
Sprechen Sie mit uns

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Stress…der Feind des Flintenschützen


Willkommen im Flintenblog…

Kaum ein Begriff in dieser Welt wird dermaßen inflationär gebraucht wie das Wort Stress.

Unter diesem Begriff wird mangelnde Konzentration, schlechtes Zeitmanagement, Unpünktlichkeit, Fahrigkeit, Überarbeitung ,Leistungsdruck und sogar die eigene Raffgier verborgen.

Dabei ist Stress weder negativ noch schädlich.
Er bringt uns aber oft dazu, Dinge anders wahr zu nehmen.Situationen durch einen Filter zu sehen

Stress ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers aus eine gefühlte tatsächliche oder eingebildete
Gefahr. Es kommt dabei zu einer Adrenalinausschüttung die uns schmerzunempfindlicher macht, mehr Sauerstoff zuführt, die Blutgerinnung hemmt, mehr Kraft verleiht, die Sehkraft verstärkt u.v.m.

Allerdings wird z.b. auch die Feinmotorik gebremst, weil wir im wahren Stress keine Uhrmacherarbeit erledigen sollen, sondern dem Säbelzahntiger die Keule überbrettern sollen.

Stress gehört zu unseren angeborenen Überlebensstrategien…seit es den Menschen gibt.
Soweit der positive, weil lebensrettende Stress.
Da es nun weit weniger Säbelzahntieger gibt als noch in der „guten alten Zeit“, wird Stress durch die Unzulänglichkeiten unseres Zivilisationslebens ausgelöst.

Nicht immer eine Lebensbedrohende Situation, meist nur marginal problematische Zustände, die aber in ihrem vermehrtem Auftreten den „Stressfaktor“ in unserem Leben zum allgegenwärtigen Begleiter machen. Dies der negative Stress.

Und der eingebildete Stress?
Denjenigen, der immer leichtfertig im Munde geführt wird und der nur Schwächen der Person oder des Alltags verbrämt…stimmt… das ist keiner.
Soweit wäre das einfach…aber wie immer im Leben, fehlt noch einen Komponente…der menschliche Faktor X.
Zu dieser Faktor X gehört z.B. auch die Eitelkeit, die Sucht immer der beste zu sein, mehr Anerkennung zu wollen, immer schneller und weiter zu wollen… und sich damit unnötig Stress zu machen.

Ungesund und Ja , so leid wie‘s mir tun : saudumm!

Denn ohne Stress geht’s leichter… auch und gerade ohne den eingebildeten.
Zu den Bereichen die keinen Stress brauchen, gehört das Flintenschießen ,welches darauf basiert, dem Körper und Geist die Freiheit zu lassen, ohne zu denken, ein bewegliches Ziel zu treffen.

Spielerisch soll es aussehen und tut es auch bei Könnern. Je verkrampfter die Start Position zum Schwung ,desto hektischer der Ablauf von Anschlag, schwingen, Ziel erfassen und treffen….und desto geringer der Spass an der Sache.

Wer einen Fehlschuss als Versagen des Egos ansieht und nicht als Fehler eines lebenden Menschen, setzt sich unter Druck.

Druck erzeugt Gegendruck (Pseudostress) und fertig ist der Kreislauf, denn unter Stress schießt man nicht gut.
Nur derjenige, der gelernt hat falschen Stress zu überwinden, Konzentration und innere Ruhe in den Vordergrund des physischen Handelns zu stellen, wird treffen.

Und auch siegen.

Nichts ist einfältiger, als zu sagen ,“unter Stress schieße ich besser“.
Das gilt nicht mal wenn gefährliches Wild gejagt wird,denn dann wird Angst vor dem Wild und der Situation nicht zu besseren Aktion führen ,sondern nur eingeübte ,quasi programierte, Aktion abgerufen um eine Bedrohung zu beseitigen.

Aber bei der Flintenjagd oder auf dem Tontaubenstand ist dies nichts, als eitles Geschwätz.
Schießen unter echtem Stress ist eine sehr schwierige Sache, die aufwändig und unter schwierigen Bedingungen gelernt und immer wieder trainiert werden muss.
Wettkampfstress ist eine durch eine Konkurrenz Situation hervorgerufener Alarmzustand, welche einige positive Eigenschaften von Stress auslöst. Aber er muss beherrscht werden, weil nur all zu leicht das Ganze in unkontrollierte Panik ausartet.

„Der Lauf ist vorbei“ heißt es dann, wenn die Konzentration von einer zur anderen Sekunde abbricht und sich die Fehler häufen.
Stress kann und darf nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden. Dauert er zu lange, findet man sich in der Notaufnahme wieder…

Deswegen ist es sicherer und gesünder ohne Stress zu schießen.

Und auf der Flugwildjagd?
Die „stressigste“ (tschuligung für die doofe Wortwahl) Flugwildjagd ist die Taubenjagd in Cordoba, Argentinien.
Schon nach dem ersten Anflug , fällt bei den Schützen das Wort Stress.

Nachgehakt , hört man dann: „so wahnsinnig viele Ziele, ich weiß nicht wohin ich schießen soll!“
Also kein Stress, sondern nur Verwirrung und mangelnde Koordination der Zielerfassung.
Später dann, wenn gelernt wurde ,aus dutzenden von Zielen sich nur auf „one in time“ zu konzentrieren, dieses Ziel zu fokussieren, zu beschießen und sich sofort ein neues Ziel mit den Augen zu suchen…tja dann, wird nicht mehr von Stress gesprochen.

Was in Argentinien gilt, ist auch bei unseren europäischen Jagden gültig.
Wer „cool“ bleibt, eine konstante und spielerische Konzentration hält, wird die meiste Beute machen.
Mentales Training hilft eine ausgeglichene Psyche zu erreichen. Das kann man lernen!

Deswegen :
Vermeiden sie Hektik auf und auf dem Weg zum Schießstand. Nehmen Sie nicht ihre Probleme und Sorgen mit auf die Platte.

Nehmen Sie sich Zeit , vor allem für sich selbst!

Setzen Sie sich nicht unter Druck und Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

Vergessen Sie nicht: Sie schießen auf Tontauben, Enten oder Fasane .Sie müssen keinen Angriff der Apachen abwehren !

Schießen und jagen Sie nur mit Leuten die Sie mögen und deren Handlungen oder gar deren bloße Anwesenheit, keinen Unmut oder Verstimmung auslöst.

Überfordern Sie sich nicht ….weder durch zu viel schießen, noch durch zu große Erwartungen

Bleiben Sie bescheiden, wenn nicht, bringt Sie die nächste Tontaube oder die nächste Ente schnell wieder auf den Boden der Realität. (der kürzeste Flintenwitz: Ich kann‘s!…uuups)

Genießen Sie was Sie tun, denn Freude zu erleben, ist eine starke Motivation.
Genussvoll und spielerisch den Treffer zu erleben, ist DAS Hochgefühl ,welches beim Flintenschießen wirklich süchtig macht.

Und nehmen Sie sich und das Flintenschießen nicht gar so ernst….

Bunduki

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Deckung ermitteln ….the easy way

Wer’s noch nicht getan hat als viel Zeit war, kann’s jetzt nachholen …und sollte es auch tun.
Die Deckung der Flinte überprüfen.
Zugegebener Maßen eine langwierige und pfriemelige Aufgabe…bei der das Wechseln der Scheibe und
das Schießen mit immer anderen Choke- und Patronenkombinationen noch die harmloseste Arbeit darstellt.

Auszählen und Einschätzen der kleinen Einschläge…ach wie ermüdend.

Ein Computerprogram,einfach und seit Jahren im Gebrauch bei unzähligen flintenfreaks, bietet
eine gewaltige Erleichterung.

shot gun insight

Es lässt keine Wünsche offen, ist schnell und problemlos, auch für IT und Flintenanfängern.
Neben der Software,Paketpapier und eine einfache Digikamera bereithalten…fertig

…und gratis noch dazu!
Also ran an die Scheiben

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Pflichtschießen…ein offenes Wort

Jetzt im Vor-Herbst sieht man wieder viele alte Gesichter auf den Ständen, die, wie jedes Jahr, kurz vor der ersten Entenjagd ihre Flintenkenntnisse reaktivieren wollen.

Wohl an denn! Aber ist das nicht ein bisserl spät…? Egal, besser als gar nichts, wie es bei einer großen Anzahl von Jägern üblich ist.
Denn der, der jetzt übt, zeigt dass er Verantwortung für sein Jagen fühlt.

Er /Sie trainiert wieder das Schätzen von Entfernungen (gerade wichtig bei Stahlschrot),das Zielerfassen ohne die optischen Hilfen der Büchse, Schwung und Technik des Flintenschusses werden wieder bewusst aufgenommen. So soll es sein!

Wer nicht übt, wird wenig oder keine Beute machen, Wild wird angebleit, verludert und stirbt in Qual.
Dies zu ändern, machen sich einige Interessengruppen zur Aufgabe, mit der Forderung nach verpflichtendem Übungsschießen.

Nun sollte ich aus beruflichen Gründen dafür sein, dass geübt werden muss.

Dennoch bin ich dagegen !
Warum?

„Weil, wer eckig geboren wurde, nicht rund stirbt“ sagt ein italienisches Sprichwort.

Sauberes Treffen auf der Jagd ist eine ethische Verpflichtung und nicht von Gesetzen zu regeln, denn Ethik und Moral haben etwas mit dem Charakter des Jägers zu tun.
Wer Beute machen will und dafür sein Wild leidlos töten möchte, erkennt die Verpflichtung an, sich und sein handwerkliches Können untadelig zu halten. Er/Sie wird üben!

Dazu spielt es keine Rolle,ob Er/Sie viel oder wenig Gelegenheit hat, die Flintenjagd auszuüben,oder ob es viel oder wenig Wild gibt.
Jedes Stück Wild zählt…ob es später im Topf oder an der Trophäenwand landet.
Ein Jäger achtet sein Wild und erweist ihm mit seinem handwerklichen Können Respekt,nicht mit grünen Unterhosen, verschwurbelten Traditionsausdrücken oder einem Blaskonzert auf grünbemooster Tröte.

Wer Jäger nur auf dem Papier ist, wer in Selbstüberschätzung glaubt, nicht fehlen zu können ,wer denkt, dass 250 Tontauben im Jägerkurs (Bayern) ihn für alle Zeit und Ewigkeit zum Meisterschützen machten und wer nicht die Qual der verludernden Kreatur einschätzen kann…den kann auch ein Paragraph nicht zum guten Jäger machen.

Regeln werden Umwege, und Tricksereien hervorrufen, die schon jetzt überall ganz offen diskutiert werden.
Umdenken wird kaum einer, schon gar nicht diejenigen, die es nötig hätten.

Anstelle sich mit Selbstverpflichtungen der Antijagdbewegung anzudienen und im vorauseilenden Gehorsam, den Grundstein für spätere viel weitergehende Einschränkungen zu legen, wäre es sinnvoll, die Ausbildung beim Flintenschuß (und dem Kugelschuß auf bewegte Ziele) zu verbessern.

Sieht man aber, wie sehr die für die Ausbildung und Weiterbildung der Jäger verantwortlichen Institutionen allein die Weicheisenproblematik und die dazugehörige Weiterbildung der Jäger,ignoriert und verharmlost hat, kommt man zu dem Schluß, dass auch bei der viel komplexeren Aufgabe einer Schießausbildungsreform, eine zeitgemäße Lösung zu finden, diese Gremien heillos überfordert.

Jagd war und ist mit dem Charakter des Jägers verbunden und seiner ganz individuellen Positionierung im System der Natur.
Leichtfertigkeit mit der Kreatur gehört nicht zur Eigenschaft eines anständigen Jägers.

…und die einen sind eben eckig und die anderen sind rund
Bunduki

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True sportsmanship…

Vor einiger Zeit auf dem Dornsberg…
Abgekämpft und doch erwartungsfroh, zogen wir schwitzend mit einer Gruppe Schützen über das Gelände,
um auf einem bestimmten Stand besondere Präsentationen zu trainieren.
Als wir zu dem besagten Stand kamen, war dieser von einem Schützen belegt, der gerade angefangen hatte seinen neuen Schaft auszuprobieren.

Als er sah, das da eine Gruppe von 7 Mann warten sollte und wir ein paar Worte gewechselt hatten, bot er uns sofort an ,uns den Platz zu überlassen.
Er packte sein schweres Equipment und zog um … und jeder weiß, der die C Stände am Dönerberg kennt, wie schweißtreibend dies im Sommer sein kann.

Später trafen wir uns noch auf ein paar sehr nette Worte über Flinten , Tiro , Gott und die Flintenwelt,er hatte noch einen prima Schießstandtipfür Österreich und es schien ihm selbstverständlich, uns einfach so den Vortritt gelassen zu haben.

Die Gruppe, meine Frau und ich empfanden es als sehr sportlich und im Geiste des wahren Gentlemansports, der unser Flintenschießen sein sollte.
Danke und herzliche Grüße an Alexander K. , der mich auch anstieß, den Blog weiterleben zu lassen.

Im Namen aller Gruppenteilnehmer
herzliches Good Shooting!

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Abra Kadarbra…Simsalabim…fauler Flinten Zauber?

Willkommen im Flintenblog…

Wir erinnern uns:

Der gute Harry Potter wurde zum Zauberer erwählt und in die Winkelgasse zu Mr.Olivander
geschickt, um sich seinen Zauberstab zu kaufen.
Der gute Olivander suchte aus seiner großen Auswahl und fand den passenden Stab für den angehenden Magier.
Der erste Zauberschwung Harry’s allerdings, verwandelte Olivander’s Geschäft in ein heilloses Chaos… Harry musste die Zauberkunst eben erst erlernen, der Besitz eines tollen Stabes allein machte ihn noch nicht zum Zauberer.
Viele Jahre vergingen und Harry lernte Bescheidenheit, seine eigenen Kräfte und die Grundlagen der Magie zu beherrschen.
Aber er lernte auch, sich vor der dunklen Macht zu hüten, welche so viel versprach, alles einfacher machte und doch nur böser Hokus Pokus von üblen Gespenstern war.

Auch der Flintenschütze, der sich seine erste Flinte kauft, steht vor der Aufgabe sich zu entscheiden, seine Flintenkunst zu erlernen oder den dunklen Mächten anheim zu fallen .

Die Dunkle Machte heißt nur nicht Lord Woldemort, sondern Werbung .
Sie verspricht alles und hält wenig, aber sie hat für alles immer eine einfache Lösung:
Kaufen statt Lernen!

Treffen ohne Training ,ohne Grundkenntnisse des Flintenschießens, ohne Berücksichtigung der Augendominanz?
Aber JA! Schließlich stand es so sogar in einer deutschen Jagdzeitschrift…um Zubehör aus dem eigenen Online-Shop für Jungschütze, anzupreisen…

„Du mußt versteh!n!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei laß geh’n,
Und Drei mach gleich,
So bist Du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex‘,
Mach Sieben und Acht,
So ist’s vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Flinten-Einmaleins!“

Man schraubt sich ein 10 cm langes Leuchtkorn auf die Schiene…
Man klemmt ein, mal billiges (China-produkt), mal teures Dotvisier (auch Asien… aber „guter deutscher Name“) auf die Waffe…
Man setzt einen kleinen Magnetring auf die Basküle…
…und schwupps : kein passender Anschlag mehr nötig, kein gleichmäßiger Schwung notwendig…alles paralaxefrei und auf alle Entfernungen und bei allen Gelegenheiten, das „beste „ was der Markt zu bieten hat…bis das nächste Gimmik angeboten wird.

Und wenn das nicht funktioniert und der Geldbeutel samt Ego es hergeben,braucht’s den Maßschaft…die ultimative Möglichkeit Treffer zu kaufen!
Das dann noch mit der schnellsten Zündverzugszeit im Schloss und der 1,5 mm niedrigeren Basküle kombiniert: Treffen ist ja so leicht!

Und wenn’s doch nicht klappt: Dann klemmen wir eine Videokamera UNTER den Lauf, um per passender APP zu sehen WO wir vorbeigeschossen haben…Hurra und Heureka… die Ente fliegt weiter und lacht…aber Hauptsache für den Schützen : „ich bin doch nicht blöd“!

Nun gibt es hie und da kleine Wermutstropfen:
z.B. …visiert man nicht mit dem Korn und auch nicht mit einer Visierung auf das Ziel, sondern das Auge fokussiert allein das Ziel und weder Schiene, Korn, Visier, noch irgend ein anderer Schnickschnack auf der Flinte, sollten dabei das zu verarbeitende Bild stören.
Und die Kamera zeigt nur dass danebengeschossen wurde, aber nicht warum…denn wenn die Kamera die richtig Position hätte ,wäre sie dort, wo das menschliche Auge sitzt um Geschwindigkeit und Flugbahn des Zieles zu analysieren und dies dann mittels Gehirn, Synapsen und Muskeln in die passende Bewegung umzusetzen.
Darüber hinaus ist der Blick aus dem Kellerfenster ,selbst mit Weitwinkelobjektiv,ein anderer, als der vom Dachgeschoß.
Konsequent umgesetzt, wird nur eine Kamera in einer Brille(also direkt am Auge) annähernd das Zielbild des Schützen produzieren.

Nichts gegen technische Spielereien. Schon der verstorbene Tom Knapp hat mit Kameras AUF der Waffe experimentiert und konnte so vielen Schützen SEIN Trefferbild vermitteln.
Golfer trainieren seit Jahren ihren Schwung mitttels Kamera,Rasterunterlegung und Slow-Motion, um
den Bewegungsablauf des Schwunges zu optimieren.

Doch neben dem Timing des Schwunges gibt es eben noch eine Vielzahl anderer Kriterien, die das Treffen beeinflussen.
Liegt die Wange am Schaft, sitzt der Schaft an der richtige Position der Schultertasche, sind Schultern entspannt oder verzogen, greift die Führhand zu kurz??? …dies und vieles mehr kann keine Waffenkamera zeigen.

Die dunkle Macht verführt zu den „schnellsten“ Patronen auf dem Markt, solche, die scheinbar von allein treffen, weil sie sind ja soooo schnell.
Das die Daten auf den Schachteln oft unwirkliche Angaben auf Messläufen sind, deren ballistische Innenmaße mit der Flinte des Käufers nichts gemein haben…das 30 m/sec an der Mündung gemessen, keinen schlechten Schwung oder ein fehlerhaftes Zielbild ausgleichen können, verrät der Werbeaufdruck nicht.

Und erst die Chokes!!!
Mal lang, mal kurz ,mal mit, mal ohne Komp-bohrungen, mal aus Titan, dann aus Stainless-Steel, dann wieder brüniert, aber mit Farbmarkierungen, dann wieder titannitrierte Customchokes vom Edelhersteller aus Italien, England oder den USA…usw.usw.usw.
Und das tragische daran: gute Chokes können eine Waffe wirklich universeller machen, sie an die unterschiedlichsten Aufgaben und Umstände anpassen.Die Auswahl sollte sich aber nach der individuellen Zielsetzung des Schützenrichten und an Tests mit der eigenen Waffe orientieren.
Jedes Ergebnis setzt sich aus Chokekonstriktion (Innendesign)Laufkonfiguration (Innenmaße und Übergangskonus) und den Patroneneigenschaften (Vorlage,Korngröße,Kornmaterial undZwischenmittel)zusammen.
Solch ein verwertbares Ergebnis entsteht nur an der Anschusswand (InRealLive), mit viel Aufwand und Geduld…nicht per Preisliste, bunten Tabellen oder der „Empfehlung“ eines anonymen Internetforenposters hinter dem sich sowohl ein 15jähriger Nerd,als auch der Vermarkter eines Händlers verstecken kann.

Es werden schöne, extrem hohe Schienen zum nachträglichen Montage für die Sportflinte angeboten, solche, die natürlich das richtige „Olympia-feeling“ geben.
Nicht gesagt wird, dass nur wenige Schützen diese Schienen positiv nützen können und wenn ,dann nur durch eine entsprechende (teure) Anpassung des Schaftes, an die veränderte Trefferzone und den entsprechenden Anschlag.
Egal,denn die bezahlten und unbezahlten Claquere der Industrie zwitschern (oder heißt das jetzt „twittern“) verzückt und begeistert.
Schöne und unschöne Gewichte werden zur Montage angeboten, denn „der Schwung muss optimiert“ werden…
Man diskutiert heiß um jedes Gramm, welches mehr oder weniger „Schwung bringt“, man schwärmt von Titanchokes, weil sie so leicht sind ,dass sie die Balance nicht stören ,schraubt dann aber Laufgewichte an die Mündung.
Man „balanced“ im Schaft, im Pistolengriff und im Vorderschaft; wahlweise mit Edelstahlgewichten für die Upperclass und mit Bleieinlagen für’s ordinäre Flintenvolk, man klemmt hässlichste Gewichte an die Läufe feinster Flinten und hofft auf:
… Ablass für hektische Bewegungen????
Dass sich der Körper ,damit der Schwung, an fast jedes Waffengewicht adaptiert, ja, sich so sehr dran gewöhnt, dass man bald noch ein wenig mehr Gewicht nachlegen muss, wird verschwiegen.
Dabei könnte der Schütze die Gleichmäßigkeit seines Schwunges einfach durch Körperhaltung und Stressverarbeitung beeinflussen…aber das braucht Einsicht, Rat und Geduld.

Natürlich gibt’s Qualitätsunterschiede bei Flinten…gewaltige sogar,
desgleichen bei Munition, Brillen, Gehörschützern .
Klar ist so manches Zubehörteil eher harmloser Luxus und Spielerei und so manches Mal auch Ausdruck liebenswerter Marotten.
Natürlich soll der Schaft den Anschlag und den Schwung nicht behindern, sondern mit seinen Dimensionen unterstützen und die Balance der Waffe harmonisch in Kraft,Bewegung und Waffengewicht zu befördern.
Aber nicht alles, vielleicht nicht mal besonders viel von dem, was uns Werbemagazine versprechen, Verkäufer vorhersagen und Zeitschriften und Internetportale als MUSS (neudeutsch: „musthave“) ans Herz legen, bringt einen ambitionierten Schützen weiter.
Einige freut’s aber ganz besonders:
Die VooDoo-Priester der Flintengemeinde:

Einsicht braucht es, um bei dieser unheiligen Allianz aus Gschäftlmachern, Lohnschreibern und Internetschwadroneuren den Durchblick zu behalten.
So können Kameras an Flinten sehr nützlich sein: für hochqualifizierte Leistungssportler die „Feintuning“ am Timing betreiben.
Auch können Dotvisiere oder Ghostringsights an IPSC-Flinten ihre Stärken bei punktuellen Schießen ausspielen und ein Maßschaft an einer Flinte den gewohnten Anschlag bestens unterstützen.

Doch bei allem: Nie wurde ein Treffer gekauft…und die von den Flintengöttern geschenkten, nennen sich: Glückstreffer!

Neben der Einsicht, dass die dunkle Macht nur das beste ,also den Geldbeutel des Schützen will, gehört als langfristiger Schutz vor der heute allgegenwärtigen Beutelschneiderei, ein solides Grundwissen , als Kern jeder Flintenausbildung,angelegt!
Flintenwissen!
Wie funktioniert das mit dem Treffen überhaupt?
Was ist Schwung, Anschlag und welche Rolle spielt meine Flinte und deren Technik?
Wie lernt man „Ziele lesen“?
Wie lernt man „treffen-sehen“
Setzt man sich damit auseinander, stellt man schnell fest, immun gegen das Dampfgeplauder der Werbung zu werden und begegnet ihm mit mächtigten Waffen: Wissen und Erkenntnis.
Letzter wird einem zeigen, dass Material zweitrangig ist und vor allem der Mensch, mit seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten, der Kern des Treffens mit der Flinte ist.

“The more I lern,the less I know“ stammt zwar nicht von Harry Potter,zeigt aber die Bereitschaft zum Lernen und die Demut, die unseren Sport und die Jagd mit der Flinte seit seinen Ursprüngen zierte.

In diesem Sinne:
Allen Lesern eine trefferreiche und Spasserfüllt Saison 2014

Bunduki

PS:
…und wer nicht laut ausspricht ,wenn der Kaiser keine Kleider trägt,der darf sich nicht wundern, wenn er vom selben Kaiser bis aufs Hemd ausgezogen wird.

Zitat:Hexeneinmaleins: J.W.v.Goethe
Bilder: Studio B.Bumi

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Ithaca M37…Nostalgie,Retro …oder schlicht genial?

Willkommen im Flintenblog…

Keine andere Flintenart ist dermaßen mit Vorurteilen konfrontiert wie der Vorderschaftrepetierer.

Angefangen von Hollywood wurde das Image der omnipotenten Waffe entwickelt, dass bei Apokalyptikern Sehnsüchte weckt und bei bastelnden Buben die Legophase mit immer neuen Zusatzteilchen am „Sportgerät“ verlängert.

Hervorgehoben wird der taktische Nutzen dieser Waffe bei Militär, Polizei und im Selbstschutz gegen Mensch und Tier,Zombies und allerlei Geistervolk , vergessen die millionenfache harmlose Vergangenheit dieses Waffentyps auf der Jagd.

Als Beispiel hier eine Waffe ,welche in Deutschland so gut wie unbekannt ist, längst keinen Vertrieb mehr hat und dennoch zu den Besten ihrer Art gehört:
Die Ithaca M37 Featherlight

Der geniale J.M.Browing erschuf, als eine seiner letzten Erfindungen diese Waffe, als Jagdgerät mit einigen Besonderheiten:
Die Waffe sollte schmutzunanfällig sein und nur über eine Öffnung verfügen, durch die geladen und die verfeuerte Hülse ausgeworfen werden sollte.
Sie sollte kürzer und handlicher sein, als alles, was bisher auf dem Markt war.
Sie sollte extrem schnell zerlegbar (take down) sein und mit Wechselläufen versehen werden können.
Die ursprüngliche Version und das Patent von Browning’s Werkbank gelangte an die Firma Remington, die die Waffe in Cal 20 als Model 17 fertigten.
In den 30er Jahren lief das Patent aus und man nahm die ungeliebte Waffe aus dem Sortiment, um die anderen Entwicklungen (Vorläufer der Rem 870) nicht zu kannibalisieren.

Die Traditionsfirma Ithaca, bekannt für solide und hochwertige Schrotflinten, übernahm das Patent und baute damit Ihr Model 37.

Es wurde ein voller Erfolg und aufgrund der hochwertigen Fertigung, mit erheblichem Handarbeitsanteil, zum Qualitätsstandard in den USA, was Vorderschaftrepetierflinten betraf.
Anfänglich und gezwungener Maßen, zum identischen Preis mit der Winchester Mod 12 und der neuen Remington wurde die Kalkulation Ende der 60er Jahre eng für die Firma und man passte die Preise dem Herstellungsaufwand an.
Während Winchester das gleiche Problem hatte und es mit neuen Materialien und reduzierter Qualität bekämpfte, musste Ithaca in den 80er aufgeben.
Doch der Markt war treu und die Ithaca-fans gaben nicht auf und so entstand ein neues Werk und die Waffe wird heute (mit kleinen Änderungen und Anpassungen an die neue Stahlschrotzeit) wieder produziert.

Natürlich wurde die leichte und führige Waffe auch reichlich bei Militär und Polizei eingesetzt , doch den legendären Ruf der Flinte erwarb sie sich in den Wäldern und Feldern bei der Jagd .

Eine Ithaca 37 zu finden ist nicht schwer in Nordamerika. Es ist oft die abgeschrabbelste Flinte im Schrank, sie steht in der Küchenecke oder hängt im Truck am Rückfenster…
Sie steckt zerlegt im Leinensack im Buschflieger, hat ihren Platz in Kanus,Zelten und an ungezählten Lagerfeuern.

Besonders die einfachen Modelle mit sogn. Corncob Vorderschaft, ohne Fischhaut und mit einfachem Holz sind zahllos.
Begehrt von einer wachsenden Gemeinde von Jägern sind die Luxusmodelle aus den 60er Jahren, die mit Schiene, hochwertigem Holz und Fischhaut noch auf dem Markt sind.
Die Waffen kosten kleines Geld, denn sie sind „Sammlerbefreit“ i.E. die Käufer sind Jäger und keine Vitrinengucker.

Und zur Jagd ist diese Waffe bestens geeignet.
Das kurze Verschlussgehäuse (nur 16cm) erlaubt Läufe von 71cm,was wiederum die Gesamtlänge von führigen 120cm ergibt ( Vergleich:Gleiche Länge einer Benelli Montelfetro 20 mit 66cmLauf)

Die Schäfte sind, typisch amerikanisch, nicht geschränkt, taugen zu einem sauberen Anschlag…besonders wenn man das System der Waffe berücksichtigt:
Sowohl der Links, wie der Rechtsschütze kann die Waffe ohne Modifikation benutzen, denn Laden und Auswurf erfolgen durch eine Öffnung vor dem Abzug.

Keine Hülsen mehr im Gebüsch, kein lästiges Runterpurzeln im Schirm, sondern das Leergut direkt vor den Füßen.
Der Traum eines jeden deutschen Krähen- und Taubenschützen.

Der Lauf wird nicht durch Steckverbindungen,sondern durch ein hochpräzises Schnellgewinde
in den Kasten eingesetzt und nur durch eine halbe Umdrehung der Magazinkappe arretiert.
Die Jagdversionen verfügen über 4 Schuß-Magazine. Diese können bei Notwendigkeit begrenzt werden .
Die Magazinfeder ist einmalig in der Industrie (auch eine wenig beachtet Browningerfindung),ist sie doch leichter gängig (bei 100% Zuverlässigkeit), als die alle Mitbewerber .
Inspiziert man die Waffe näher ,stellt man fest,dass eine schnelle (feldmäßige) Komplettzerlegung des Schlosses, ala Rem870, nicht möglich ist.
Gute Schraubendreher, technisches Verständnis und eine orginale Zerlegungsanleitung erleichtern des Leben des Hobbybüchsenmachers (und das des Profis, der die Waffe nicht kennt).
Damit geht’s leicht und unkopliziert.

Zur normalen Pflege reicht aber das regelmäßige Durchsprühen mit Bremsenreiniger und das sanfte Ölen mit synthetischem Öl.

Die ganze Waffe ist aus STAHL, kein Alu teil, kein Plastikteilchen an der Waffe…alles fein eingepasst, solide gehärtet und auf hohe Lebensdauer ausgelegt.

Die Läufe überraschen zweimal:
Zunächst wenn man Schussbilder schießt und nicht glauben will, dass solch eine Waffe
bessere Deckungen liefert, als dies hochwertige Sportflinten modernster
Produktionsreihen tun.
Zum zweiten überraschen die gemessene Gleichmäßigkeit des Laufinneren und die Tatsache dass Überbohren, ohne jedes Werbespektakel, schon in den 50er und 60er Jahren ein Qualitätsmerkmal guter Deckung und bester Herstellungsgüte waren.

Wenn Stahl auf Stahl gleitet und alle Teile gut poliert sind, ergibt sich ein sanfter und weicher Repetiervorgang, den heute so manche Plastikplempe erst erreichen möchte.

Die Waffe ist schnell, im Anschlag im Schwung im Laden und Entladen…und sie ist schneller von Schuss zu Schuss, als JEDE derzeit angebotene Waffe …getürkte Showauftritte einbegriffen:-).
Dies liegt an einer einfachen und simplen Abzugseinheit ,die gleichwohl die Charakteristik eines hochwertigen Abzuges einer teuren Sport-BDF hat.

Doch sollte man an dieser Stelle erwähnen, welchen Sinn die jagdliche Vorderschaftrepetierflinte hat:
Es ging und geht nicht um schnelle Schussfolgen, sondern um die Möglichkeit mehrmals schießen zu können, ohne vom Ladevorgang abgelenkt zu werden.
Für den Folgeschuß auf den ersten Fehlschuss, ist die Pumgun nicht gedacht, wird aber leider dazu missbraucht (siehe Image und Realität).
Der sichere Könner repetiert die Patrone erst in den Lauf, wenn er die Waffe in den Anschlag bringt…genau deswegen ist es lernaufwendig, ein guter Pumpgun-schütze zu werden!

Heute findet man in der aktuellen M37 Lange Chokes und Übergangskonen, überbohrte Läufe und alles was die Stahltauglichkeit erfordert.
Die alten Schätzchen werden mit Festchokes und 70er Lagern natürlich nicht der Magnumitis
der Moderne gerecht…aber als „hardhitting shotgun“ sind sie ideal auf Krähen und Tauben … überall dort, wo die schöne neue Zeit noch nicht tickt…

Ithaca homepage

Ithaca Forum

Zu unterscheiden gibt es in der Jagdversion die Variante Featherlight und Ultrafeatherlight, letztere mit Alusystem.
Dazu gibt es die sogenannten Deerslayer Flinten,mit Büchsenvisier und speziell auf Flintenlaufgeschosse abgestimmten Läufen.
Und eine üppige Variantenmenge an Police- und Homedefence- Waffen in allen Lauf- und Magazinlängen.
Ersatzläufe sind eingeschränkt nach Baujahr der Grundwaffe ebenfalls auf dem Markt.
Ersatzteile sind aus den USA relativ einfach zu bekommen.

Die Waffe selbst…leider findet sich in DE kein Grossist mehr, der sich mit Ithaca
beschäftigt.
So bleibt der Internethandel ,die Tugend der Geduld , eine gute Portion Sachkenntnis und ein Stückchen Glück, um an so eine Schätzchen zu kommen. Lohnen tut es sich alle Mal!

Die Ithaca M37 ist ein lebendiges Stück Geschichte und immer noch eine voll taugliche
Jagdwaffe.

Bunduki

PS.
Warum ich keine aktuelle „moderne“ Waffe beschrieben habe?
Weil dafür schon genug getrommelt wird…
Weil schon genügend Leute über alte Flinten schreiben,die sie nie in der Hand hielten…:-(

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