Sichere Herbstjagd,sicheres Flintenschießen…Flintenkurs

Willkommen im Flintenblog…


Etwas eingerostet mit der Flinte?
Unsicher beim Flugwild…?
Verunsichert durch Jagdkurs und kluge Sprüche…?
Jahrelang nicht auf Flugwild gejagd …und jetzt endlich eine Chance…?

Kurz davor,lieber die Flinte aufzugeben, als nochmal zu lernen?

Wir helfen Ihnen.
professionelles Training und Schulung, individuell auf Sie abgestimmt.

Sprechen Sie mit uns:
08363 277 oder info (at) flintenservice.de

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Neue Reiseregelungen für Nicht EU Länder

Eine Jagd oder Sportreise mit der eigennen Waffe in sogn Drittländer der EU, wird ab sofort noch bürokratischer und evtl. mit zusätzlichem Aufwand verbunden sein.

Informationen dazu erhalten Sie unter nachstehen Links:

Pressemitteilung des Internetportals all4Shooters

BAFA Seite mit der kompletten Verordnung

PDF zur Verfahrenserleichterung

EU-Verordnung Nr. 258/2012 (zur Beachtung Artikel 9!!!!!)

Bitte beachten Sie,dass die Mitnahme einer Sport- und Jagdflinte anders bearbeitet wird, als die Mitnahme einer Repetierbüchse oder Kurzwaffe.
Informieren Sie sich mit genügend zeitlichen Vorlauf vor Ihrer Reise!

Die Regeln gelten nicht bei Reisen innerhalb der EU Staaten!
Die Regelungen gelten nicht bei Reisen in die Schweiz,Norwegen und Island!
Waffen und Jagdrechtliche Genehmigungen,sowie die Einfuhrbestimmungen des Ziellandes sind
separat zu beachten.

PS:
sollte Ihnen das Ganze ebenso verwirrend vorkommen wie mir,fragen Sie VOR einer Reise bei den zuständigen Behörden nach.
…und bedenken Sie, dass Waffen- und Zollrecht unterschiedlich sind

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Waffenrecht Frankreich …NEU

Während man sich bei uns immer neue Verschlimmbesserungen und Verbote einfallen lässt,wird bei unseren Nachbarn das Waffenrecht entrümpelt.
Erfreulich für viele reisende Jäger, der Wegfall der Kaliberbeschränkungen sogn.Militärkaliber

Décret n° 2013-700

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Lernen Sie „Flinte“ …!

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Wir bieten Ihnen Flintenkurse nach Maß.
Zugeschnitten auf Ihre Bedürfnisse und nach Ihren Wünschen.
Und wir richten uns nach Ihrem Terminkalender.
In Deutschland, Österreich, Spanien oder Italien

Wir unterrichten seit vielen Jahren professionell und mit System .

Einzelunterricht und Kleingruppen für Anfänger, Fortgeschrittene und Begeisterte

Terminvereinbarung und Information unter:
Tel 08363 277 oder mail: info (at) flintenservice.de

Lernen Sie die Freude kennen, die gutes Flintenschießen macht.

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Rückstoss…how to kill the kick

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Schießen mit Feuerwaffen unterliegt den Gesetzen Physik und diese bescheren uns die
Last des Rückstosses.

Die Kräfte welche die Treibladung durch den Lauf zum Ziel bringen, bewegen auch die Waffe in unseren Händen.

So bewegt sich die Mündung aus dem Ziel und die Waffe drückt nach hinten in die Schulter.
Mehr oder weniger schmerzhaft…je nach Kaliber, Vorlage, Waffengewicht sanft und leicht
erträglich , bis hin zum schmerzhaften Schlag und unkontrollierbar heftig.

Dabei spielt auch die ganz persönliche Empfindlichkeit eine wichtige Rolle.
Konstitution, Muskeltonus, Gewicht des Schützen, Übung, Gewohnheit und Anschlag sind relevant bei der „Verarbeitung“ der Rückstoßkräfte.

Massive Probleme treten auf, wenn physische Beeinträchtigungen vorliegen.
So stehen Menschen mit Bandscheibenvorfällen, Rückenproblemen, Herzschrittmachern ,Muskelschwächen in Armen oder Nackenbereich, rheumatische Erkrankungen etc. oft vor der Wahl, das Flintenschießen drastisch einzuschränken oder ganz aufzugeben.
Aber auch Schützen mit zartem Körperbau (kommt auch bei Männern vor!) und kleiner Statur, fürchten den Rückstoß so sehr, dass sie das Flintenschießen oft aufgeben .

Unkontrollierter Rückstoß führt zu Schmerzen, tw. sogar zu Verletzungen.
Also wehrt sich der Mensch unbewusst dagegen mit Verkrampfung…und macht alles noch viel schlimmer.

Eine verkrampfte Haltung verhindert einen klaren Anschlag und einen gleichmäßigen Schwung.
Das Gehirn des Schützen erwartet den „Schlag“ und kann sich somit nicht aufs Treffen konzentrieren.

Es hilft wenig, wenn „alte Hasen“ stolz davon berichten, wie man in Cordoba nach 1000 Patronen lustig im Pool dümpelte und pubertär die blauen Flecken verglich.
Auch der Spruch: „nur die Harten komm‘ in Garten“, lösen die individuellen Probleme eines Menschen mit Bandscheibenproblemen nicht.
Vergessen wir nicht:
Schießen muss Spaß machen , es hat keine masochistische Komponente.

Um den Rückstoß zu beherrschen, müssen wir uns darüber klar sein, wodurch er hervorgerufen wird.
Physikalisch kein Problem, denn es gibt dank WIKIPEDIA feine wissenschaftliche Erklärungen und Formeln ihn zu berechnen:

Für den Flintenschützen ohne Rechenschieber ist wichtig:
Waffengewicht , Gasdruck und Vorlage der Patrone (Gewicht der Treibladung) sind die grundsätzlichen Parameter, aus denen sich die Rückstoßkräfte entwickeln.

Diese Kräfte wirken in und durch die Waffe auf den Schützen.
Nehmen wir den Körper, besser seine Konstitution , als unveränderbare Größe (abgesehen von den beeinflussbaren Größen :Fitness und Gewicht ) bleiben als Strategien zur Rückstossbeherrschung:

Korrekte Waffenführung i.E. Anschlag ist eine Grundvoraussetzung den Rückstoß zu beherrschen

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dann erst kommen:
Waffenanpassung
Waffenkonstruktion
Munitionsauswahl

Der Impuls des Rückstoßes ist immer linear entgegengesetzt der Kraft, die aufgewendet wird um die Treibladung zu vorwärts bewegen.
Nun kann unterschieden werden zwischen Rückstoß, also dem Druck der Waffe nach hinten in die Schulter und der Mündungsbewegung aus dem Ziel.
Letztere ist am besten als „Hochschlag“ bezeichnet.
Die eigentliche Rückstoßkraft hat dann schon eingesetzt, denn sie entsteht unmittelbar bei und durch die Zündung der Treibladung.
Also zwei unterschiedliche Bewegungen der Waffe, welche unterschiedlich angegangen werden müssen, auch wenn sie als Einheit empfunden werden.
Hochschlag ist Resultat des Rückstoßes.

Zunächst zum kleineren Übel: dem Hochschlag der Mündung aus der Schußachse.
Je höher die Achse des Laufes über der Mitte des Schaftes liegt, umso stärker wirkt sich der Hochschlag aus.
Deswegen empfindet man den Rückstoß/Hochschlag des unteren Laufes einer BDF geringer als den, des oberen Laufes.

Die beste Kur für Reduzierung der Mündungsbewegung ist das Porting der Läufe, also Gasentlastungsbohrungen ,im Bereich vor der Würgebohrung des Laufes.
Diese Bohrungen leiten Gasdruck ab und stabilisieren durch diese Gegenkräfte, die Bewegung der Mündung nach oben.
Oft fällt in diesem Zusammenhang (auch durch irreführende Werbung) der Begriff des Kompensators (ein Mündungsvorsatz mit Ventilationsöffnungen, perfektioniert mit Ausdehnungs-, sowie Prallflächen für den Gasdruck).
Kompensatoren ( Mündungsbremsen) sind im Bereich Kugelschuss (auch FLG) nützlich und effektiv, beim Schuss mit einer Schrotladung aber wenig zielführend.

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Auch die oft gesehenen Chokes mit “ Comp-schlitzen“ erfüllen nicht die Versprechen der Verkäufer (weder zur Rückstoß- noch zur Hochschlagsdämpfung), da die Ableitung der Gase ,bauartbedingt, nur radial und zu spät an der Mündung erfolgt .
Der einzige Effekt, den diese Chokes (aber nur die besseren) bieten, ist eine minimale Abbremsung des Schrotkorbes, was theoretisch zu besseren Deckungen führen könnte..?!?!ansonsten sehen sie aber ultracool aus!!!
Das richtige Porting besteht aus strategisch platzierten Bohrungen im oberen Laufquerschnitt und vor dem Chokebereich.
Unterschiedlich ,je nach Lauf (oben/unten), bei BDF anzulegen.
Der Gasdruckverlust ist zu vernachlässigen.
Nachträglich kein billiger Spaß ,aber bei einer BDF durchaus wirkungsvoll, bei einer SLF (Gasdrucklader) m.E. nur bei Nutzung von schweren Vorlagen sinnvoll.
Bei einer DF solche Modifikationen durchzuführen , ist durch die Geometrie der Waffe und ihrer horizontal angeordnenten Läufe nicht zweckmäßig (vom Stilbruch ganz zu schweigen).
Man findet heute Flinten im Bereich BDF und SLF, die diese Gasentlastungsbohrungen serienmäßig aufweisen.
Mit dem Mehraufwand bei der Flintenreingung muss man leben, wenn man den Komfort dieser Technik nutzen will.

Ist die Mündungsbewegung, als Resultat des gesamten Rückstoßvorganges, noch relativ leicht zu beherrschen, ist es wesentlich komplexer, den eigentlichen Rückimpuls zu kontrollieren.

Als physikalische Kraft ist er nicht mit einem technischen Gimmick oder einem Trick
auszuschalten.
Man muss versuchen, die Kräfte, welche frei werden, umzulenken ,zu reduzieren oder auch produktiv zu nutzen.
Dies soweit, bis sie den Vorgang des Schießens und das subjektive Empfinden nicht mehr beeinträchtigen.

Um sich die tatsächlichen Kräfte vorzustellen , hier ein paar Beispiele:
Rückstoßwerte verschiedener Flinten-Kaliber bei Standardmunition
(bei handelsüblichen Geschwindigkeiten)

Kaliber 20
Vorlage 24g
Waffengewicht 2,9kg
Rückstoß 21,8 Joule 2,2kp

Kaliber 20
Vorlage 28g
Waffengewicht 2,9kg
Rückstoß 28,5 Joule 2,9kp

Kaliber 20
Vorlage 32g
Waffengewicht 2,9kg
Rückstoß 33,89 Joule 3,4kp

Kaliber 20
Vorlage 36g
Waffengewicht 2,9kg
Rückstoß 42,02 Joule 4,2 kp
++++++++++++++++++++
Kaliber 16
Vorlage 28g
Waffengewicht 3,2kg
Rückstoß 29,1Joule 2,9kp

Kaliber 16
Vorlage 32 g
Waffengewicht 3,2kg
Rückstoß 37,4 Joule 3,8kp
+++++++++++++++++++++++
Kaliber 12
Vorlage 28g
Waffengewicht 3,4kg
Rückstoß 23,45 Joule 2,4kp

Kaliber 12
Vorlage 32g
Waffengewicht 3,4g
Rückstoß 31,2 Joule 3,1kp

Kaliber 12
Vorlage 36 g
Waffengewicht 3,4kg
Rückstoß 43,4 Joule 4,4kp

Kaliber 12
Vorlage 42g
Waffengewicht 3,4kg
Rückstoß 61,0 Joule 6,2kp
++++++++++++++++++++++++
Kaliber 12 Magnum
Vorlage 46g
Waffengewicht 3,4kg
Rückstoß 70,5Joule 8,1kp

Kaliber 12 Magnum
Vorlage 53 g
Waffengewicht 3,9 kg
Rückstoß 73,2 Joule 7,5kp

Wahl der Waffe nach Nutzung

Sieht man die, in den Beispielen angeführten Rückstoßkräfte, erkennt man, dass Waffengewicht, Kaliber und Vorlagengewicht zueinander im Verhältnis stehen.

Je leichter die Flinte , desto mehr Rückstoß bei gleicher Vorlage, unabhängig vom Kaliber.
Eine leichte Wahl also für Sportler und Parcoursschützen deren Vorlagen reglementiert sind.

Der Jäger muss genauer hinsehen und die Waffe nach seinen jagdlichen Zielsetzungen auswählen.
Hohe Schusszahlen bei getriebenen Jagden und schwere Vorlagen bei der Gänsejagd sind Stichworte.
Gerade hier kann es sein, dass er eine normale BDF nur noch eingeschränkt nutzen kann und sich Gedanken um eine moderne Alternative machen muss.

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Die Ausstattung der Waffe:

Erstens der Schaft, zweitens der Schaft, drittens…na was wohl? DER SCHAFT
Er muss von der Länge her passen .
Ein zu kurzer Schaft wird immer schlagen!
Ein zu langer Schaft wird nur nicht treffen…
Der zu kurze Schaft kann nur ungenügend und nicht konstant in die immer gleichen Position gebracht, dort gehalten und geführt werden.
Er geriert automatisch Anschlagfehlern, die sich sehr leicht in verkrampfter Haltung und falscher Schwungtechnik manifestieren.
Senkung , Schränkung und Pitch sind natürlich wichtig, doch geht es hier nur um Rückstoßbeherrschung und somit ist für uns die Länge des Schaftes vorrangig.
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Ein passender Griff, mit akzentuiertem Radius, erleichtert dazu deutlich die Armhaltung und entspannt den Bewegungsablauf.
Man probiere (mit den im flintenblog mehrfach empfohlenen Methoden) die Schaftlängen aus und lasse sich kompetent praktisch beraten.

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Schaftsubstanz , also ein ordentlich breiter Schaft, verdaut durch seine größere Auflagefläche an der Schulter und seine Masse, mehr Energie…sprich: er verteilt sie besser.
Gute italienische Schaftbauer wußten das schon vor Jahrzehnten und schufen breite, schwere und komfortable Schaftformen.
Ebenso wie Rudy Etchen in den USA schufen Perrazi und Co. den „bequemen“ Schaft.
Ganz konträr zu den Eleganzfetischisten, deren Flinten für die Vitrine und das protzige „Apres Shooting“ gebaut wurden …und immer noch werden.

Wie so oft im Leben, muss man sich entscheiden: Bequemlichkeit oder bella figura.
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An dieser Stelle sei auch gewarnt vor zuviel Sparsamkeit.
So manch einer glaubt mit Schulterpolstern, gekauft oder selbstgemacht, dem Rückstoß ein Schnäppchen schlagen zu können.
Falsch gedacht! Wenn die Schaftlänge passt, schadet das Pölsterchen, Gelkissen oder die selbst gemachte Panzerung, einem guten konstanten Anschlag nur .
Warum? Weil das Gefühl „es passt“ nicht erreicht wird…und genau dieses Gefühl durch Körperkontakt braucht der Schütze, um Unsicherheit aus seinem Schießstil zu verbannen.

Zum passenden Schaft braucht es keinen Maßschaft, meist genügt die Änderung des Schaftabschlusses.
Dieser sollte mit einer weichen Kappe versehen werden.
Je dicker die Kappe, umso mehr Energie verdaut sie..
Zugegeben, schöner ist Holz , Büffelhorn, oder Metall am Ende der Waffe.
Besser und angenehmer ist aber flexibler Kunsstoff, besonders wenn die Kappe zu der neuesten Generation von Schaftkappen gehört, welche durch Ihre Struktur im Schuss nachgeben, ohne sich im Anschlag schwammig anzufühlen.
Qualität und Innovation kostet auch hier Geld.
Übrigens: sollte die Kappe nicht „gleiten“ wie gewünscht, braucht’s kein hässliches Klebeband, sondern nur ein Paar Spritzer Silikon…und schon flutscht es!

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Der Schaft ist wichtigstes Element bei der Kontrolle des Rückstoßes.
Neben den richtigen Maßen wie Senkung, Schränkung, Pitch und Länge sollte auch der Pistolengriff genügend Neigung haben, um bei bequemer Handstellung die Kontrolle über die Waffe zu haben.
Das alles ist nichts Neues und wurde schon vielfach umgesetzt.
Doch die Möglichkeiten am Schaft zielgerichtet zu arbeiten, sind damit nicht ausgeschöpft.

So experimentierte man schon vor vielen Jahrzehnten mit dämpfenden Schafteinsätzen, welche die Rückstoßkräfte aufnehmen.

Zeitweise überschnitten sich die Entwicklungen von Flinte und Büchse und heraus kamen
die sogn. „Recoil reducer“ : Kleine, aber sehr schwere Röhren mit Wolframgranulat ,
Quecksilberfüllung oder Feder/Gewichtsysstemen.
Die Füllung „schluckt“ durch ihr spez.Gewicht einen Teil des Rückstoßimpulses.
Diese Geräte funktionieren in Grenzen, haben aber einen entscheidenden Nachteil: sie verändern die Gewichtung der Flinte erheblich und dies ist kaum kompensierbar.
Die Waffe wird extrem hinterlastig und unhandlich.
Auch die Anbringung am Lauf (möglich durch Laufklemmen bei BDF oder per Verschraubung mit der Magazinkappe bei SLF) verändert die Gewichtung negativ…nur eben am anderen Ende.
Die Fa. Graco stellt solche Teile auch passend für Ihre Schaftverstellsysteme her.

Die Verwendung dieser Dämpfersysteme ist in taktischen Flinten zu begrüßen und brauchbar, für eine kontrolliert zu schwingende Jagd- oder Sportflinte aber nicht zu empfehlen .

Andere Wege gingen schon in den 60er Jahren die Fa. Winchester mit ihrem ,von Ralph Hoge entwickelten Hydro Coil System.
Ein Federsystem in einem 2 teiligen ineinanderlaufenden Hinterschaft.
Damals eine Experiment , dass wie die Fiberglasläufe und Plastikschäfte dieser Firma, nicht am Markt Fuß fassen konnte.

Andere Firmen brachten über die Zeit ebenso Innovationen auf den Markt: von der Browning Recoilless bis hin zur Beretta UGB der Neuzeit.

Aus Schäften wurden merkwürdige Prothesenartige Gestänge, wie der PrecissionFitSchaft, der zwar höchst genau einstellbar ist, Rückstoß in Maßen verarbeitet,aber mit einer
jagdlich brauchbaren und optisch ansprechenden Flinte nichts mehr zu tun hat.

Heute bietet Beretta eine von dem Hydro Coil verblüffend inspirierte Schaftversion als „KickOff System“ an.
Ein höchst einfallreiches und effektives System, optisch ansprechend, unauffällig und sowohl für SLFs wie BDF lieferbar.
Ja ,dies ist ein eindeutiges Lob für ein ausgezeichnetes Produkt, das genau das tut, was die Werbung verspricht!
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Ein weiteres innovatives Schaftsystem, allerdings derzeit nur für SLFs zu haben, ist das Comfortech System der Fa. Benelli:
Ein mit flexiblen Elementen versehener Schaft, der damit in sich nachgiebig wird und die Rückstoßimpulse aufnimmt.
Es kompensiert perfekt den etwas härter empfundenen Rückstoß der Inertia_Selbstlader, deren Repetiermechanismus auf dem Rückstoßimpuls basiert…im Gegensatz zum Gasdrucklader, der mit Restgasmenge repetiert.

Wobei wir auf der Suche nach der Rückstoßbeherrschbarkeit beim Waffensystem angekommen sind .

BDF, DF, und RF sind bauartbedingt nur begrenzt in der Lage den Rückstoß maximal zu reduzieren.

Vorurteilsfrei betrachtet, ist die moderne selbstregulierende Selbstladeflinte allen anderen Konstruktionen weit überlegen, wenn Rückstoß und dessen Verarbeitung als Maßstab angelegt wird.
Einfach und ohne Kosten können die Schäfte vom Schützen selbst „auf Maß“ gebracht werden .
Vor allem nützt der Mechanismus der Waffe selbst, Gasdruck und Federsysteme um die kinetische Energie des Rückstoßes, in eine produktive Aktion (Nachladen) umzusetzen.
Wie das im Einzelnen und in der Unterscheidung von Rückstoßlader,Inertiabasuerter SLF und Gasdrucklader funktioniert liest man hier: Flintenblog

und mit allem was man über diese Waffenart wissen muß HIER (wieder mal der Flintenblog)
War es zunächst nur ein Abfallprodukt der Konstruktion ,dass sich die Flinte ohne „Kick“ schießt, integrieren heutige Konstrukteure der drei großen Hersteller mit B im Namen ,ganz gezielt diese Eigenschaft in das Pflichtenheft ihrer Waffen.

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Die Werbung ist voll von Tabellen und Diagrammen , die bei jeder SLF und jeder Schaftvariante die jeweilige Überlegenheit gegenüber den Mitbewerbern zeigt.
Nun sind diese Tests natürlich unter Laborbedingungen entstanden, welche vielleicht nicht immer objektiv sind…aber so ist Werbung nun mal.
Dennoch ist die geringe Impulsbelastung für den Schützen gegeben.
Wie diese im Einzelfall jedoch empfunden wird, kann nur der praktische Test des Käufers zeigen.
Die Rückstoßempfindlichkeit des Schützen ist immer subjektiv…genau so, sollte auch die Kaufentscheidung ausfallen.

Dies betrifft auch eine andere technische Veränderung an der Waffe:
Den Lauf und seine Innenballistik.

Auch durch den Lauf ist der Rückstoß beeinflussbar.
Flache Übergangskonen und überbohrte Läufe sind seit langem im Gespräch (und Werbung) für die Eigenschaft, „sanfter“ zu schießen.
Messbar ? Jein!
Spürbar? …auch hier sollte der praktische Test durchgeführt werden
…auch hier schlägt das persönliche Empfinden jede bunte Tabelle.

Man bedenke dabei: Die Rücksstoßkräfte können nicht verringert werden!
Sie können ,sehr in Maßen, als Empfindung des Schützen geändert werden:
Vom „Schlag zum Druck“.
Dazu dienen innenballistische Veränderungen (Überbohren,flache,lange Konen etc.) und die Munitionskomponenten

Die letzte Komponente im Versuch den Rückstoß zu kontrollieren ist die Munition.

Man wähle zum passenden Kaliber die Vorlagen, welche jagdlich oder sportlich relevant sind.
Nun teste man ausgiebig!
Dabei wird man feststellen, dass es durchaus Patronen gibt, die mit gleicher Vorlage weicher schießen als andere.
Verantwortlich sind die Zwischenmittel und der Hülsenaufbau.
Bekannt und beliebt bei Schützen mit hohem Verbrauch sind z.B. Patronen mit dem sogn. Gordonsystem ,dass sich vom herkömlichen Patronenbau abhebt.
Gut und auch deswegen nicht billig.

Wer sich wundert, dass sich Patronen mit Filzpfropfen härter schießen, als zeitgemäße Munition, sollte sich daran erinnern, dass man sein Auto heute auch nicht mehr mit einer Kurbel startet. 🙂
Jeder weitere Kommentar zu diesen Patronen ist überflüssig.

Zusammengefasst sei gemerkt:
Rückstoß ist eine physikalischer Impuls der unvermeidbar ist, aber umgelenkt und genutzt werden kann.

Rückstoß wird auch subjektiv empfunden, je nach der Konstitution des Schützen.

Rückstoß kann gefährlich sein, wenn medizinische Indikationen vorliegen.
Rückstoß ist aber nur in seltenen Fällen ein echtes KO Kriterium für das Schießen .

Rückstoß kann beherrscht werden, wenn die Waffe konsequent an die Bedürfnisse des Schützen angepasst wird.

Rückstoßempfinden ist kein Zeichen von Schwäche, seine Beherrschung mit technischen Veränderungen, nur ein Zeugnis für den Schützen, sich mit seiner Waffe auszukennen.

„Die Flinte ins Korn werfen“ ob des Rückstoßes, braucht niemand.

Man analysiere das Problem,suche Lösungen,mißtraue plumper Werbung (auch der versteckten) und probiere verschiedene Lösungen…
am Ende steht die neugewonne Freude am Flintenschießen ohne blaue Flecken aber mit dem „killed recoil“
bunduki

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Waffenbesitz…eine „andere“ Sicht

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Man sollte glauben,nun, da das zentrale Waffenregister in Betrieb ist und wir endlich belastbare Zahlen über den Legalwaffenbesitz in DE haben,würde sich die Diskussion auf ein Niveau der Fakten begeben .
Weit gefehlt!
Die missionarisch , hysterischen Propagandisten der besseren, „Waffenfreien“ Welt machen ungehindert von den belegten Daten weiter.
5,5Mio registrierte legale Waffen sind weit ab der wirren Schätzungen, mit denen bisher die Polemik gegen 1,7Mio rechttreue und zigfach überprüfte Bürger angeschoben wurde.
Weiter wird gegen die Fakten argumentiert,die illegalen Waffen aber ,welche die wirkliche Gefahr für Leib und Leben der Bürger darstellen, vergessen oder böswillig unterschlagen.

Das man mit Dem Recht auf Waffenbesitz auch anders argumentieren kann, zeigt ein kleines Buch ,dass sich aus der Masse abhebt.

Es ist von einer Frau geschrieben, die selbst Opfer eines grässlichen Amoklaufes wurde.
Sie verlor Ihre Eltern und musste das grauenhafte Geschehen direkt und wehrlos erleben.

Die Schlüsse, die sie im Zuge der Aufarbeitung der Geschehnisse zog,zeigen eine,im Gegensatz zur deutsch-automatischen Verbotsliebe und Vorschriftenhörigkeit, in meinen Augen beachtenswerte, urdemokratische und freiheitsbewusste Einstellung.

Zugegeben sehr amerikanisch, denn die Autorin wartete nicht, bis irgend jemand für sie handelte,sondern sie handelte selbst.
10 Jahre kämpfte sie in den Institutionen ihres Staates für Ihr Anliegen und gewann schließlich.

Wer begreifen will, was der zweite Zusatzartikel der US Verfassung wirklich den Bürgern in Amerika bedeutet und welches Rechtsverständnis abseits von Paragraphen dort gepflegt wird,der sollte diese Lebensgeschichte lesen.

Es geht nicht um eine Analyse der soziologischen, wirtschaftlichen und menschlichen Ungerechtigkeiten der US-Gesellschaft, die sie teilweise so gewalttätig machen, sondern um das Recht, sich als Bürger gegen Unrecht und Missetaten durch böse Menschen zu schützen.

Kein Buch ,dass eins zu eins in der deutschen Diskussion übernommen werden sollte.
Dennoch eine Anregung über ein Thema nach zu denken, welches bei uns, auch und gerade von Vertretungsverbänden der LWB, unterschlagen wird.
Der individuellen Freiheit eines Bürgers und seines Rechtes sich gegen Unrecht zu wehren.

From Luby’s to the Legislature
von S.G.HUPP
Suzanna Gratha Hupp
From Luby’s to the Legislature
One womans fight against gun control

Lesenswert

Sehens und hörenswert:
Dr. Hupp on the second amendment

Bunduki

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Parcours im Winter…

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Neu und erfreulich fürs Münchner Umland und die südbayrischen Parcoursschützen:
Im Januar hat der Hattenhofener Jagdparcours Bayern am 12.und 19.Januar geöffnet.
Bei Schnee machts einen besonderen Spass die Tauben platzen zu lassen…ohne Schnee erst recht.
Also…hin und ausprobieren,denn: „Flinte hat nie Ruh“
Bunduki

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The fast bang theory 2.0…eyes only…Augendominanz

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Als Ergänzung zu unserer “fast bang theory” möchte ich hier noch einige
Fakten ergänzen ,die ein sehr wichtiges Thema bei der Zielerfassung betreffen.

Die Augendominanz wird immer wieder in Foren und natürlich auch unter aktiven Schützen thematisiert.
Leider nicht ihre Ursachen, sondern ihre „Korrektur“.
Würde man nach den Ursachen fragen,fände man leicht eine probate Kur…

Um es auf einen klaren einfachen Punkt zu bringen:
Die Augendominanz ist nicht umkehrbar und nicht trainierbar !
Die Augendominanz ist im Normalfall nicht mit Korrektur der Sehstärke zu beheben, solange die Fehlsichtigkeit sich im „normalen“ Bereich bewegt.

Leider wird den Schießadepten unglaublich viel Voodoo und kommerzieller Unsinn angedient, weil die Ursachen der Dominanz entweder unbekannt sind ,oder was schlimmer ist,
weil sich ein Geschäft draus entwickeln kann.

Der Test zur Dominanz sollte von einem Kundigen durchgeführt werden, der nach dem allgemeinen Dominanz-test (Zeigefinger oder Lochmethode) das ganze auch noch mit der Waffe im Anschlag des Schützen überprüft.
Der Selbsttest vor dem Spiegel führt all zu oft zu Verunsicherung, weil jeder Mensch unbewusst versucht, sich beim zweiten oder dritten Mal auszutricksen.

Ist eine Kreuzdominanz vorhanden, helfen zwei Strategien:
Die alte: Umlernen auf die dominante Seite > extrem langwierig und leider mit Fehlern im Bewegungsablauf vorprogramiert .
Zudem soll der Ablauf des Schießens eine natürliche ,ungezwungene Handlung sein…nicht wieder die menschliche Natur!

Die neue, einfache und millionenfach bewährte:
Falsch dominierendes Auge schließen (im trainierten Idealfall in dem Moment wenn der Schaft am Jochbein positioniert wird)…
Oder das falsch dominierende Auge abdecken.
Dabei braucht man lediglich mit einem matten Tesafilm den Punkt auf der Schießbrille zu verdecken, durch den die Pupille versucht wird das Korn zu fixieren.
Klingt kompliziert,ist aber einfach, wenn: die Dominanz IM ANSCHLAG getestet wird.

Kommerzieller Unsinn, wie die angebotenen Okklussionsscheiben, sind Geldschneiderei ,erfüllen aber genau den Zweck in ihrem Nahmen… sie verdunkeln… nur eben zu teuer.
Absoluter Quatsch sind Schienenadapter,die seit Jahren dumme Käufer suchen (und leider finden) oder der Rat eines „Schießlehrers“ gleich einen sogn „Krüppelschaft“ machen zu lassen.
Übel werden die Ratschläge dann ,wenn den Adepten eingeredet wird, sie können mit Training und Konzentration die Dominanz ,quasi mental umtrainieren.
Würde dies,wie auch immer möglich, durchführbar sein,wäre es dem natürlichen Ablauf hinderlich.
Die Konzentration würde auf der Augendominanz liegen,also fernab des natürlichen Zielerfassens und des Bewegungsablaufes und somit eine zusätzliche Erschwernis darstellen.

Noch übler allerdings sind Ratschläge aufgrund von „Eigenerfahrung“, die den Anfängern einreden wolle, man hätte sich selbst die Dominanz umtrainiert.

Hokus Pokus…schädlich,dreist und bestenfalls dumm.

Die Dominanz der Augen entwickelt sich im frühen Kindesalter in bestimmten Teilen des Gehirns und manifestiert sch auf Dauer. Nur durch massive Schädigung/Fehlsichtigkeit des dominierenden Auges oder (respektive) wenn das dominierende Auge am Fokussieren gehindert wird, schaltet das Gehirn um.
Die Augendominanz ist bei jeder Person unterschiedlich stark ausgeprägt.
Die sogn. „central vision“,stellt z.B. (als Ausnahme) nur eine gleichmäßig verteilte Dominanz auf beide Sehstränge dar,die aber beim Schießen wie eine Kreuzdominanz behandelt werden muss,da eben nur ein Auge die Führung übernehmen darf.
Fehlsichtigkeiten im „normalen Bereich“ spielen keine Rolle.
Dennoch muss darauf geachtet werden dass beide Augen klar und deutlich sehen und im Bedarfsfalle durch Brille oder Linse korrigiert werden.
Dafür ist der Augenarzt und der Optiker zuständig.

Für die Augendominanz gibt’s den Neurologen!

Warum und wieso? Sehr kompliziert aber erklärbar…
Leider gibt’s auch im Internet viel falsches dazu zu lesen.
Manchmal absichtlich, um ein Geschäft zu machen, oft auch nur, um sich wichtig zu machen.
Selbst die fast sakrosante Wikipedia schreibt in Bezug auf Augendominaz /Tontaubenschießen Unsinn…ein Resultat der falschen Übersetzung einer falsch zitierten Quelle… das alte Leid und Lied des „copy and paste“

Um nun das ganze mit klaren und wissenschaftlichen Quellen zu untermauern, habe ich hier zwei hochkarätige Artikel verlinkt, die zwar keinen Bezug zum Schießen nehmen , aber Aufgabe ,Entwicklung und Funktion der Augendominanz/Hirnfunktionen erklären.
Die Grafiken machen das ganze etwas leichter zu verstehen.
Auch wenn man als neurologischer Analphabet schnell mit Fachbegriffen verwirrt ist, entlarven diese Artikel dennoch klar allen Voodoo rund um das Thema.

Visuelle Informationsverarbeitung im Gehirn


Brainmodelling

Wer nun noch weiter an die Märchen der umtrainierbaren Dominanz glauben will, wünsche ich von Herzen alles gute und empfehle das ganze mit einem Zauberstab von der Firma Oliwander, Winkelgasse, London zu ergänzen…
Allen andern von Kreuzdominaz geplagten: Auge zu und durch..

All is said, an done
bunduki

Mein Dank geht an unseren „hauseigenen Sheldon Cooper“ seines Zeichens Neurologe und berufenem Parcourschützen, der mir die links zukommen ließ und sie mir einfachem Geist, geduldig erklärte.
Tire haut! und Danke
Alexander

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Sonne , Blumen ,Meer und Flinten auf Madeira

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bem vindo!
Wer auch auf der Blumeninsel mit der Flinte Spass haben möchte,kann dies mit herrlicher Aussicht aufs Meer tun.
Kontakte:
Associação de Tiro e Caça de S. Vicente
oder
Clube de Tiro caca e pesca da Madeira
Tel 291 794 112

Lage des Standes findet sich hier
Einfuhr von Flinten problemlos mit EFP

Happy Shooting
Bunduki

Foto Quelle „Flintenrost“
Vielen Dank

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„The fast bang theory“…

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Als der gute Herr Hubble seinerzeit die Farbverfälschung eines Sternes interpretierte, löste er
eine gedankliche Kettenreaktion aus:
Farbverfälschung >Raumdehnung > was sich dehnt, wird größer> was heute groß ist, war irgendwann mal kleiner > und zu erst ein Urknall : “ the big bang“ .

Tja, das Leben kann so leichtfüßig erklärt werden, wenn Synapsen hurtig zünden und der menschliche Geist nicht mit DummTV und/oder Billigfusel zugedröhnt wird.

Für den Flintenschützen ist der Urknall, das Gottesteilchen und die Astrophysik, aber doch ein Stück zu periphär, um die wichtigsten aller Frage zu klären:
Warum treffe ich?

Gehen wir dieser Frage heute auf den Grund.

Zwar haben die VIDP (Vereinigte InternetDampfPlauderer eV.) längst diverse putzige
Erklärungsversuche aus Katalogen abgeschrieben, diese durch Hörensagen ergänzt und um
ein wenig VooDoo erweitert…dennoch scheint das ganze wenig schlüssig:
Der Schaft nach Maß, die Lauflänge nach Moderichtung, der Schwung nach Kapitän Ahab
( Auf den Wal und hopp)…???,aufs Gramm genau proportionierte Flinten und die allgäuer Trefferklingel zum Schnäppchenpreis.
Dazu Augenkorrektur und das richtige Brit-kaliber,…alles fein… nur hat’s mit reproduzierbarer Trefferfähigkeit nix zu tun.

Das Treffen können wir alle von Natur aus!
Soweit die gute Nachricht!
Das Treffen verderben und verhindern, wir weil wir den natürlichen Treffer nicht zulassen, können wir in menschlicher Arroganz noch besser !
Dies die schlechte Nachricht! I’m sooo sorry 🙂

Zurück zum Urknall, oder besser: zu den Ursachen des Treffens.

Zwei bemerkenswerte Fähigkeiten des Menschen, sind für 90 % der zerplatzten Tontauben und gebratenen Fasene verantwortlich:

Das eine klingt wie esotherischer Mumpitz, ist aber eine nachprüfbare und wissenschaftlich belegte Tatsache:
Wir sehen in die Zukunft!
Saust eine Fliege auf das Auge zu , schließt sich ,ohne bewusst die Fliege wahr genommen zu haben, unser Augenlid und schützt das Auge.
Warum?

Weil unser Auge Dinge wahr nimmt , ohne dass wir sie bewusst sehen.
Das anfliegende Insekt wird gesehen und sein Weg vorausberechnet.
Das Hirn sieht quasi die Fliege nicht in der gegenwärtigen, sondern schon in der zukünftig zu erwartenden Position, erkennt die bevorstehende Kollision und gibt den Befehl, das Lid zu schließen.

Das Auge des kleinen Kindes erkennt neugierig den Ball, den ihm der Arzt zuwirft und gibt den Patschehändchen den Befehl, dorthin zu greifen, wo sich der Ball befinden wird, wenn er in Reichweite der Ärmchen ist.
Übrigens eine übliche Technik, Auge und Handkoordination bei kleinen (und alten) Menschen zu überprüfen.

Umgekehrt funktioniert das auch.
So haben wir nie „gelernt“, einen Schneeball genau dorthin zu werfen, wo sich der rennende Fritzi gerade befindet.
Wir werfen das kalte Geschoß und Hand , Arm und Rückenmuskeln werden vom Hirn mittels Informationen des Auges, gesteuert.
Wir werfen dahin, wo unser Auge hin sieht: in die Zukunft und genau auf Fritzies Hintern!

Damit dies gelingt, müssen wir uns auf unser Zielauge verlassen .
Im Falle des Flintenschießens: das Auge, welches über der Schiene zum Ziel gerichtet ist.
Im Idealfalle das dominante Auge.
Die Dominanz des Auges hat gar nichts mit der Sehschärfe zu tun. Sie resultiert aus einer eher willkürlichen „Schaltung im Hirn“ und ist unabhängig von Dioptrien oder der rechts- oder linkshändigen Belegung der physischen Aktivitäten.
Das Feststellen der Augendominanz ist eine Grundvoraussetzung für das Flintenschießen (Beschrieben an anderer Stelle im Blog).

Trainierung der Augendominanz ist ebenso unsinnig, wie der Glaube eines willkürlichen oder zufälligen Hin und Herschaltens der Augendominanz oder die Befürchtung des Verlustes des räumlichen Sehens,oder der Tiefenschärfe bei Benutzung von nur einem Auge.
Die einfachste und Erfolg versprechende Möglichkeit das evtl. falsch dominierende Auge auszutricksen, ist : es kurzfristig zu schließen!

Allein drei Umstände führen zur sofortigen Umschaltung der Augendominaz von einem zum anderen Auge:
A. die komplette Disfunktion des dominanten Auges: Verletzung oder Abdeckung
B. Genuss von Drogen
C. extreme physische und psychische Erschöpfung

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Zurück zum Treffervorgang:
Unser Zielauge erfasst das Ziel und fokussiert es.
Dabei werden Informationsmengen für eine Großrechenanlage, zwischen unseren Ohren verarbeitet:
Geschwindigkeit, Flugbahn, Größe und Hindernisse werden weiterverarbeitet.

Arm, Hand , Rückenmuskulatur und Beinen werden Befehle erteilt, wie sie agieren sollen, um die Flinte, zu schwingen .
Die Waffe als abstrakter Teil des Körpers (durch seine feste Positionierung) wird mit einberechnet und vom dominierenden Auge periphär wahr genommen .
Der Ablauf der Handlungen werden der Geschwindigkeit des Zielobjektes angepasst.

Wird das alles so gemacht , läuft’s mit dem Treffen ganz famos.
Wird versucht den Homo Sapiens raus zu kehren , also grob manipulativ in diese Kalkulation eingegriffen :
Geht`s schwer daneben.

Allein der sich vordrängende Gedanke: „JETZT SCHNELL!“ genügt,um die Rechenarbeit und die Kordination zu stören.

Berechtigt ist nun die Frage :
Was tut nun der Schütze und wozu soll er üben , wenn doch alles so einfach und von selbst geht.
Antwort:
Unser Hirn arbeitet auch mit dem Input, der sich aus verarbeitenden Erinnerungen zusammensetzt.
Ererbte Erfahrung und Konditionierungen , werden eben auch durch neu erlernte ergänzt.
Diese Erfahrungsergänzung spiegelt sich darin, die Ziel-Aktion des Hirnes mit dem dezenten Hinweis auf Schublade C2 zu bereichern:
In Ablage C2 steht: Quertauben mehr vorhalten.
In C2 A steht zum Beispiel: weite Looper bei Fallen drunter halten.
In Ablage B1 steht : Bei Wind einfach mehr vorhalten
In Ablage A1 steht übrigends: Was Du nicht erkennst,das schieße nicht!

Wir brauchen Übung beim Schießen, um mit immer neuem Input, den Schatz unserer
Berechnungsmöglichkeiten durch erlebte Erfahrung zu erweitern.

Wer nun glaubt , damit den Grund zu kennen, warum wir uns Homo Sapiens nennen dürfen, muß leider enttäuscht werden.
Der Vogel schnappt sich das Insekt im Fluge mit atemberaubender Sicherheit und Flockie der Terrier, greift sich das Frissbee im Sprung.

After all…we are just a part of the great big bang. 🙂
Kein Grund eingebildet zu sein…nur dankbar .

Wer dann noch nachdenkt, ob ein Vogel der die Mücke fängt,dabei noch was anderes erledigt,der stellt fest dass „MULTI TASK“ ein nachgeplappertes Märchen menschheitsverdummender Frauenzeitschriften ist. 🙂

Wem diese ganzen Zeilen nix gebracht haben, der möge weiter über Maßschäfte und
Lauflängen,sowie Patronensorten philosophieren und „bewusst 45,7 cm vorhalten “…

Der Rest verlasse sich auf Muttern Natur und genießt den geschossenen Fasan mit einem guten Tropfen Rotwein…denn in Maßen, regt dieser aufs wohligste, die Hirntätigkeit an.

Happy shooting

Bunduki

PS:
Keine Sorge,die 10 % Schwungtechnik,Anschlag,Flintentechnologie,Ballistik und Bewegung, die daneben zu lernen sind,werden Sie lange genug beschäftigen,ohne dass das Flintenschießen langweilig wird.
🙂

Veröffentlicht unter Bundukis Flintenlehre | 2 Kommentare