Flinten, vino rosso e una surpresa….ZZZZZZZT

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Nach der Ankündigung des ZZ-Schnupperschießens vor einigen Monaten, lagen die ersten Termine schon nach wenigen Tagen fest.

Die Gruppenmitglieder wollten die Brückentage 2009 clever ausnützen und das Schießen gleich mit Besuchen in Gardone val Trompia verbinden.
So reisten einige Teilnehmer schon früher an und konnten ein neues ureigenes Konjunkturprogramm für Schäfter und Flintenbauer ins Leben rufen.

Es ist eben so schön einfach, einen Termin bei einem Waffenbauer zu bekommen und auch ein Schäfter nimmt sich Zeit für die Besprechung eines Schaftes, der Holzauswahl …und dort ist man sich auch nicht zu fein, sich mit seinen Kunden mal eben in der Bar gegenüber einen Aperitivo und ein wenig Pasta zu gönnen.

So, schon vom italienischen Flair korrumpiert, genoss man derweil ein paar Runden Parcours, während die letzten Teilnehmer gerade anreisten.

Die Wahl des Übernachtungsortes fiel auf Vallegio sul mincio, der mit seinen kleinen Hotels,Appartments und den umgebenden Agritutristici geradezu ein Idealbild Norditaliens darstellt.
Allerfeinste aber bodenständige Gastronomie, freundliche und zuvorkommende Gastgeber und alles mit einer romatischen Ruhe gesegnet, die die lauten Urlaubsorte am Gardasee nur noch aus Erzählungen kennen.
Schwer fiel es allen, sich bei der Verkostung der örtlichen Weine zurückzuhalten, doch ein Flintenschütze ist ein wackerer Gesell oder eine trinkfeste Frau und kann sich kontrollieren… 😉

Am Schießtag fanden wir uns auf einem fast jungfräulichen Stand ein, den wir für uns exklusiv hatten.
Die Easy Maschinen von Emilliana Piatelli wurden von einem Bekannten zunächst in traditioneller Weise aufgestellt.

Diese leichten und sich selbst nachladenenden Maschinen sind ideal für „Reisende Schießstände“, die überall schnell und problemlos auch zu Regel-abweichenden Schießen
aufgebaut werden konnten.
Der Besitzer der Anlagen kontrollierte das ganze über eine selbstgeschriebene Software und steuerte so jede Maschine einzeln und in Gruppen an.
Der Stand war gezielt nach seiner Windbeschaffenheit ausgesucht und die Maschinen konnten entsprechend flexibel aufgestellt werden.

Nach den ersten Begegnung mit den ZZ Tauben umfing noch ein gnädiges Lächeln den einen oder anderen Teilnehmer. Schließlich war man schon Cordobatraining gestählt und man lies sich nicht so schnell beeindrucken…
…und dann kam der Wind auf und lies die Propeller tanzen und schnell wurde das ganze trickreich und gar nicht mehr so einfach.

Nach einem viel zu üppigen lunch bei einem nahegelegenen rustikalen Agritourismi-restaurante ,stiegen dann die Schwierigkeitsgrade an.
Doppietta und sogar Tripletta standen auf den Program und lehrten uns alle das wichtigste beim Flintenschießen: Die Bescheidenheit und die Einsicht des eigenen Unvermögens.

Zum krönenden Abschluß wurde die Anlage wieselflink umgebaut und eine Art Compac-Parcours entstand.
Dies war jagdliches Schießen vom trickreichsten, denn auch die größte Routine eines Parcourssportlers nutzte hier nichts.
Jagdferne Kunstpräsentationen wie Teal oder Chandell fehlten, aber die launischen Propellerchen hielten dennoch jeden auf Trab.

Als die Anlage dann zum Ende auf Flush geschaltet wurde, und so ein „simulated game shot“ entstand, war jeder von der Vielseitigkeit der ZZ Tauben überzeugt.

Müde, lachend und nicht ohne blaue Flecken gings dann zurück, zu einer ländlichen Grillata mit herzhaftem Wein ,Schwein, Lamm und Käse …und der Gewissheit ,an diesem Tag mal so herzlich anders geschossen zu haben, als es der schießsportliche Alltag in DE hergibt.

Danke an alle Teilnehmer, Helfer und Gastgeber.

Ciau,e mille grazie


Bunduki

und JA, das Foto ist nicht echt…
… NEIN,in Deutschland ist das so nicht möglich… 😉

Nachtrag am 28.mai 2009 zur W&H Diskussion

Da ZZ schießen anscheinend doch mehr Interesse geriert und sich sogar in den Foren wiederfindet, hier einige Anmerkungen zum Thema.
Warum nicht im besagten Forum ?
Weil es dort wohl nicht ohne persönliche Spitzen aus der Sasse oder dem anonymen Hinterhalt gibt …

Um denen ,die das Thema real interessiert aber einige Infos zu geben, hier einige Hintergrundinfo.

Eine mobile ZZ Einheit ,wie wir sie in IT zur Verfügung hatten kostet ca 2600 euro .
Dazu kommen Stromversorgung, strassentaugliches Transportvehikel, elektronische Steuerung und da eine Maschine nett aber nicht ausreichend ist, brauchts mindestens drei ,idealerweise aber 5 Stück.
Anfangsinvestition für so einen „mobilen Stand“ ca 20.000 Euro.

Die Propeller sind mehrfach so teuer wie Tontauben. Allerdings setzen sich zum Training oder zu Events die einfachen Propeller ohne teilbare Seele durch.
Diese kosten wenig mehr als eine herkömmliche BIO Taube, besonders wenn sie in entsprechenden Mengen im Osten gefertigt werden.
Da sie nicht in so viele Teile zerbersten wie eine herkömmliche Taube, ist das Entsorgen einfach.

Bei den mobilen Einheiten ist es auch nicht schwer, eine temporäre Genehmigung für den Stand zu erhalten.

Wo der Hase im Pfeffer ,oder die ZZ in der Garage bleibt, ist einfach.
Weder der böse DJV,der wahrscheinlich gar nicht weiß (und nicht wissen muß) was ZZ ist, noch der schröckliche deutsche Gesetzgeber stehen im Weg.
Es ist einfach nur die ganz normale Trägheit des deutschen Michels, in seinen vielfältigen vereinsinternen Spielarten.

Als vor einigen Jahren diverse große Stände gefragt wurden, ob sie als Gastgeber für solche Events zur Verfügung stünden, ihre Mitlieder informieren und einfach mal Spass bieten wollten….gab’s NUR Absagen.
Zu teuer, zu laut, nicht genehmigt , nicht jagdlich, nicht was weiß ich….
Dabei wäre der finanzielle Aufwand für die Stände gleich NULL gewesen.
Maschinen, Personal…alles gratis.

Dann wurden ZZ-Events an Hersteller und Fachzeitungen als Events zur Werbe Beteiligung angetragen. Keine Reaktion…

Als dann im Internet Interesse an dieser Art des Schießens von Seite der „normalen“ Jäger und Schützen gezeigt wurde, erwachten einige Redaktionen und erklärten zur Teilnahme an diesen nunmehr exklusiven Events, Mitglieder entsenden zu wollen…natürlich ohne jegliche Kosten- oder Werbebeteiligung.

Da aber „Zusammenarbeit“ immer von zwei Seiten erfolgen sollte und nicht alle, die an solchen Events teilnehmen, auch gleich als Gratismodell für einen Artikel agieren, sondern ihre Privatsphäre behalten und ihren Spass für sich haben möchten, wurd’ nix draus mit der „redaktionellen Begleitung“. 😉

Leider wird sich das ZZ bei uns m.E. nicht etablieren, da in den dazu fähigen Vereinen Flexibilität und Weitsicht fehlt, neue Wege zu gehen UND die derzeitige Wirtschaftlage, die Zukunft aller kostenintensiven Freizeitbeschäftigungen als Breitensportarten in Frage stellt.

Und deswegen bleib ich dabei:
Nein…das ist in DE so nicht möglich. 😉

Leider…

Fröhliche Grüße

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2 Kommentare zu Flinten, vino rosso e una surpresa….ZZZZZZZT

  1. Nathalie Oldenburg sagt:

    Super berichtet, danke für den Link der interesanten Maschine. Bin gespannt, wann das mal in Österreich möglich sein wird, anfänger hin oder her würde es mich interessieren…

  2. Bunduki sagt:

    Servus nach Wien,

    man hört munkeln,dass es in Hirtenberg eine ZZ Maschine gibt.
    Jedesmal wenn ich da war,gabs entweder keine Tauben,die Maschine war abgeschaltet oder die Mondgöttin war dagegen dass man ZZ schießt.
    vielleicht hat jemand anderes mehr Glück un der heilige beppi ist mit ihm..wäre zu wünschen

    Liebe Grüße
    B

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