reality sucks… Flintenmythen und Notwehr

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Heute mal anders als sonst, steht nicht der Spaß am Flintenschießen zum Thema ,sondern die Effektivität einer Waffenart.
Wer also von derartigen Ausflügen in die Realität der Waffenbestimmungen nichts wissen möchte , sollte lieber nicht weiter lesen.

„Waffen sind Waffen sind Waffen“…frei nach Gertrude Stein.
Und Waffen,wie alle Werkzeuge , definieren sich nach ihrer Bestimmung.
Diese Bestimmung ist in der Regel der Kampf und/oder das Beutemachen.
Diese Zweckausrichtung zu leugnen, wäre verkehrt und verlogen.
Unser Sport, das Flintenschießen , ist die praktische Übung zur Jagd, also zum Beutemachen und zum waidgerechten/ sportlichen Schuß auf Wild.

Dass sich aus allen Schießübungen, seinen sie jagdlichen oder militärischen Ursprungs, in einer sich wandelnden Welt mit neuen, humaneren Selbstdefinitionen, in eine friedliche, harmlose und zivile Variante verändert haben, spricht für die abnehmende Militanz und Akzeptanz von Gewalt unserer demokratischen Zivilgesellschaft.
Dies zuzugeben, fällt vielen Funktionären scheinbar schrecklich schwer.
Zu groß der Druck der gutmenschelnden ex68er Journallie, werteflexiblen
Politikerkohorten und einer Mediengeneration die alles akzeptiert ,wenn es nur bunt und laut ist…
..oder schlicht mangelnder Intellekt, der Duckmäusertum dem aufrechten Gang vorzieht…

Denn auch Biathlon war militärischen Ursprungs, Trap ein Schießen auf lebende Tauben und
Was bitte, ist mit Duelldisziplin ala Schnellfeuer oder Militärsportarten wie Fechten, Boxen und Karate ?

Nicht das Gerät, sondern der Mensch ist Maß allen Tuns…
Auch wenn von einigen Verbandseinknickern politisch korrigierte, Diabolos pupsende DSB-Luftdrucksporthilfskrücken als einzig wahres Sportgerät zum Zielsport erklärt wurden, so sollten wir weder die Bestimmung, noch die Herkunft unserer Waffen und auch nicht deren legitime Nutzung verraten.

Allein das immer neue Nachgeben auf medialen Druck, sollte uns zu denken geben, das Rückrat, Kameradschaft und Solidarität anscheinend auch bei Verbandsfunktionären eine
menschliche Ausnahmequalität zu sein scheint.

Die Schrotflinte war immer universelles Jagdwerkzeug , dass allerdings auch mangels Alternative zur Verteidigung eingesetzt wurde.

Mit der Entwicklung der Repetierschrotflinte als Grabenflinte und ihrem Einsatz im Krieg entwickelte sich ein neues Bild dieser Waffe.
Nicht mehr nur die Jagd wurde nun mit Schrotflinten verbunden!
Als dann in den 20er Jahren auch Polizeieinheiten mit diesen Waffen ausgerüstet wurden, war dies sowohl bei Waffenfachleuten wie bei Politikern durchaus umstritten.
Nicht die Anwendung gegen umherziehende Bankräuberbanden verwunderte , sondern der im Namen RIOT GUN implizierte Zweck zur Bekämpfung von Aufständen, schockierte .
Denn diese Aufstände waren großenteils Arbeiteraufstände und somit wurde eine „Volkswaffe“ zur Volksbekämpfungswaffe.

Ihr furchterregendes Äusseres , ihr Drohpotential und ihre verheerende Wirkung bei der Bekämpfung von Gruppen wurde zur Legende.

Endgültig zur übermächtigen Superwaffe wurde die Flinte (in Form der Pumpgun) durch Hollywood.
Maßlos übertriebene Wirkung und Feuerkraft wurden zum Bestandteil jedes B(aller)-movies.

Die Waffe und ihre Wirkung auf der Leinwand, wurde zum Mythos und so schnell zur
Quintessenz aller Hoplobophie.

Die Pumpgun-Verbote in Europa beweisen diese irrationale Sicht einer Waffenart bis in die Gegenwart.

Was bleibt, ist aber auch der Mythos bei vielen Flintenschützen, dass ihre Jagdwaffe sich im Extremfalle als ebenso wirksam zeigen könne, wie es die „Pumpe“ des Leinwandprotagonisten oder die spezialisierte Combat-Waffe des Polizisten es tut.
So verwundert es auch nicht, dass diverse US Schießschulen Kurse für Flinten anbieten und dort die Repetierflinte als „home defence weapon – par exellance „ extrem beliebt ist.
Das auch hier die Legende mehr gilt, als die reale Einschätzung, darf man getrost den Marketing- Mechanismen einer hysterisierten Mediengesellschaft am Rande des wirtschaftlichen und sozialen Abgrundes zurechnen.

Auf der Strecke bleibt oft die Realität der Waffentechnik und auch die Einschätzung und Analyse von persönlichen Bedrohungsszenarien.

Was wiederum dazu führt , dass viele Fragen sich um die Einsatzfähigkeit der ganz normalen Jagdflinte als Notwehrwaffe für Jagdschutz oder Heim Gedanken machen.

Gehen wir davon aus, dass bewaffnete Notwehr legitim und auch gesetzlich legitimiert ist ,sie auch leider notwendig sein kann, so sollten wir uns etwas näher mit dieser Frage beschäftigen.
Gleichwohl entsteht nun die Gefahr „die Flinte „ als EIN Waffensystem zu sehen, und somit den Legenden aufzusitzen.

Wichtig ist zu unterscheiden zwischen einer reinen Jagdwaffe und einer Waffe die vorrangig zu
Schutz- oder Offensivzwecken konstruiert ist.

Zunächst sollten wir die Anwendungsgebiete und Schussweiten definieren:

Der dienstliche Einsatz bei Polizei und Militär:

Aufruhr – multiple Ziele < als35m Bandenbekämpfung - multplie Ziele < als 25mm Fahrzeuge < als 20m Türöffnungen und Anwendungen mit Spezialmunition (Gas /Stun/etc.) Eindringen in Gebäude < als 5m Rückendeckung gegen multiple Ziele für Einsatzkräfte < als25m Sektorensicherung im Begleit und Personenschutz < als 30m Anwendungen im privat-kommerziellen Sicherheitsbereich: Anlagenschutz gegen multiple Eindringlinge Personenschutz in Krisengebieten gegen multiple Angreifer/Banden Transportschutz gegen Banden Sektorenschutz von Baustellen bei lokalen Unruhen Alle Einsatzbereiche sind deutlich unter 25m Anwendungen im maritimen Bereich: In den Medien erst seit kurzem beachtet, gibt es die Bedrohung von Seglern und kommerziellen Seefahrern seit langem. Gerade hier setzte die VS-Flinte seit Jahren den Standard. Die Bedrohungen unterscheiden sich nach Größe der Seefahrzeuge, aber wenig nach Art der Angriffe . Man unterscheidet die Szenarien nach Orten der Abwehr: bridge to deck <20meter on deck < 10 meter deck to deck <30m deck to cargo < 15 meter deck to waterline < 30meter Die Besonderheiten auf See sind bei kleinen Schiffen natürlich Seegang (wenn auch nur geringer,denn bei starkem Seegang haben auch Piraten Pause) und bei großen Frachtschiffen die extremen Schusswinkel nach oben und unten. Ein besonderes Problem ensteht durch die hohe Brandgefahr durch besonders delikate Ladung. Wie wir sehen , haben die bedrohlichen Szenarien mehrere Gemeinsamkeiten. A. kurze Schußentfernung! B. Keine wesentliche Gefährdung durch Nichtbeteiligte C. Meist Konfrontation mit mehreren Angreifern Genau darauf sind auch die Waffen ausgeführt: Kurze Läufe um ein Maximum an Beweglichkeit zu erreichen Hohe Magazinkapazität mit mögl. flexiblem Nachladesystem (Side-saddle und Schaft- magazine) Büchsenvisierungen/Ghostring integrierte Licht (und Blend) Quelle (wo gesetzlich erlaubt) Die Legende vom „Police-barrel“ Immer wieder liest man von sogn. Police barrels, mit denen Waffen für den Dienstgebrauch( law enforcement) ausgerüstet seine. Nix als heiße Luft,denn unter „Police barrel“ verstehen Hersteller und Behörden-Einkäufer eine (in den USA) nur der Polizei vorbehaltene Lauflänge (unter 16Zoll). Keine Superchokes… keine Trefferklingel… Diese spezialisierten Waffen bedürfen natürlich einer besonderen Schießtechnik , die sehr stark am kampfmäßigen Büchsenschießen orientiert ist, aber auch den starken Rückstoß der Waffen zu beherrschen hilft. Gezielt wird mit Sicht aufs Korn (wie bei der KW) und nicht mit Blick aufs Ziel (wie bei der Jagdflinte). Hier noch ein kurzes Wort zum Flinten-IPSC. Hierbei werden Flinten benutzt die sich von den Dienstwaffen ableiten, aber meist aufgrund ihrer Auf und Anbauten, Zieleinrichtungen etc. rein sportlichen Zwecken dienen. Das heutige IPSC schießen hat nichts mit dem dienstlichen Kampfschießen gemein. Weder Handhabung der Waffen; noch Parcoursaufbau oder verwandte Munition lassen Gemeinsamkeiten zu. Das eine ist ein fröhlicher ziviler Spass, das andere todernst. Viel unterscheidet diese heutigen Combatflinten von ihren klassischen Vorbildern, doch auch in alten Tagen, wurden Schrotwaffen speziell auf bestimmte (ähnlich) Szenarien „getunt“. Das beste Beispiel ist die Coachgun, die kurzläufige Doppelflinte der Kutschbegleiter im wilden Westen. Entgegen den schönen Filmen, wurden diese Flinten auf eine sehr drastische Weise eingesetzt. Griff eine Gruppe die Kutsche an,so schoß der Wachmann mit der Flinte vom wackligen Bock auf die PFERDE der Angreifer. Wurde der Wagen überraschend gestoppt, meist Nachts, knallte der Begleitschutz einfach auf die Stimmen aus der Dunkelheit. Diese Methoden waren primitiv, aber recht effektiv…alles andere, liebe Kinder, ist Hollywood 😉 Das schöne Bild des tapferen Sheriff der mit der Flinte seinen Gefangen vor dem Lynchmob schützt,ist „american mythology“…wollte er vielleicht auf seine Wähler schießen? 😉 Setzt man nun die o.g. Einsatzbedingungen auf die Verteidigung eines Durchschnittsheimes oder Jägers im Revier um, wird man sehen, dass ein Großteil dieser Rahmenbedingungen nicht zutrifft. Die Stärke der Waffe wird also in den eigenen vier Wänden nicht voll ausgespielt werden können. Im Gegenteil: Durch ihre Länge behindert sie das Manövrieren und verhindert durch ihre Größe (und unser Gesetz) die Verwendung einer Lampe.* Mit einer Kurzwaffe kann man auch legal eine Lampe in der zweiten Hand führen, sich leicht in einer mit Möbeln voll gestellten Wohnung bewegen und auch Treppen und Türen bequemer begehen und sichern. Sollte man nun mit der Möglichkeit von Schusswechseln in Hof und Garten argumentieren, darf ich an die „Gegenwärtigkeit des Angriffes“ und die nachträglich Gegenwart eines Staatsanwaltes mahnen, die solche Szenarien weniger „Ramboesque“ beurteilen. Kommen wir als zur Anwendung für den Jäger. Seine Waffe ist darauf ausgelegt ein oder zwei ,sich schnell bewegende Ziele im Schwung zu treffen. (Die Sondersituation Nachsuche wollen wir hier bewusst nicht ansprechen,dies wird in einem separaten Blog behandelt werden.) Um sein Wild weder zu zerschießen, noch „nur „ zu verletzten, hält er eine Schussweite von >10 und projekt1-mittlere-webansicht.jpg

Ergo kann keine Lampe gehalten werden…die meisten Überfälle im Revier passieren aber bei Dämmerung oder Dunkelheit.
An ein schnelles,taktisches Nachladen ist aufgrund der Kippfunktion der Läufe und des „Patronensuchens aus der Manteltasche“ nicht zu denken.*

So bleiben 2 Schuß bei schlechter Sicht und unter Stress die letzte, weil einzige Option !
Keine schöne Perspektive!

Vergleicht man damit die Möglichkeiten, die dem Jäger die Kurzwaffe bietet:
Waffe und Lampe gleichzeitig im Anschlag! *
Große Feuerkraft und damit auch die Möglichkeit von Warnschüssen!
Deutlich weiterer Einsatzbereich und die Möglichkeit der genauen Schußplatzierung.
Patronenwirkung durch moderne Geschoßkonstruktion (Tm/HP/safety slug/etc.) optimiert.
Der Aktionsradius ist bei einer KW im beidhändigen Anschlag wesentlich kleiner, als der einer angebackten Langwaffe!
Das ist in einer engen Jagdhütte ebenso wichtig, wie im heimischen Treppenhaus.

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Um nun die Frage nach der terminalballistischen Wirkung einer Flinte zu beantworten, sollte man sich in der einschlägigen Literatur kundig machen.
Wir wollten hier nur einen Gedankenansatz geben, sich zu überlegen, ob und in wie weit die vertraute Flinte in Notsituationen wirksam sein kann.
Meist hat der Jäger so gut wie keinen Zugang zu Spezial Munition, wie sie von Einsatzkräfte benutzt werden.
Er nimmt das, was er im Jagdfachhandel vorfindet .

Dies taten wir auch und schossen ein paar Schußbilder, mit den in DE am meisten verkauften
Jagdpatronen, sowie mit den überall erhältlichen Postenschrot eines deutschen Herstellers.
Wir verzichteten auf das Verschießen von Flintenlaufgeschossen, da einerseits diese Geschoße über eine prächtige Präzision verfügen, aber die Schrotwaffe zur Kugelwaffe machen und so die Frage nach der Wirksamkeit der „Schrot“Flinte konterkarieren.

Wir benutzten Voll ,Halb und Zylinderchoke, da dies die meiste geführten Chokes in Jagdflinten sind.

Die Entfernungen entsprechen den international gängigen Erfahrungswerten von Feuergefechten mit Zivilpersonen.

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Sind die Garbendichte bei Kurzentfernungen noch hochkonzentriert, beginnt man an der Wirksamkeit bei 10 Meter deutliche Zweifel zu entwickeln.
Egal ob Voll oder halbchoke…würden Sie auf diese Streunung von 3,5 mm Schrot ihr Leben verwetten?

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Auch bei Halbchoke sind die Garben ab 10 Meter wenig vertrauenswürdig.

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Das Ganze von nahem:
Aus diesen Garben resultieren irreparable Wunden.

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Ein anderes,besseres Bild bieten Postenschrote.
Diese „Buckshots“ (9 Kugeln) sind die allgemein, anerkannte beste Wahl bei Notwehr Situationen.

Die Schockwirkung ist maximal, doch die Reichweite sollte nicht überschätzt werden.
Wer diese Art von Munition benutzt, muß sich aber voll der rechtlichen Konsequenzen bewusst sein, die der Einsatz dieser Patronen vor Gericht nach sich ziehen wird.

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Ab 15 Meter fängt auch bei Vollchoke die Patrone an soweit zu streuen, dass nicht mehr alle 9 Kugeln im Ziel einschlagen.
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Vollends unsicher wird die Situation wenn die Entfernungen größer als 15 Meter werden UND Personen in der ungefähren Ziellinie stehen die nicht getroffen werden sollen.

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Wir haben hier eine „bystander“ Scheibe von vielen als Muster gezeigt, die aufrüttelt.

Auf 20 Meter würde eine unbeteiligte Person mit einem Volltreffer eines 9mm Geschosses in den SolarPlexus Bereich keine Überlebenschance haben.
2 weitere Kugeln trafen das Ziel nicht und fliegen unkontrolliert !

Keine Szenario, das man erleben möchte.

Ist die jagdliche Schrotflinte nun eine geeignete Notwehr-waffe?

M.E. Nein, …eher eine Hilfe in letzter Not.
In zivilen Bedrohungsszenarien, abseits von „Film und TV reality“ ist sie schlicht zu lang und in der Wirkung zu unberechenbar.
Der Gesetzgeber gibt uns das Recht auf das Führen von Kurzwaffen und wer für sich eine Schutznotwendigkeit sieht, sollte eine solche führen und sich daran ausbilden lassen.

Die Combatflinte hat nur in Ihrer sportlichen Variante bei uns ein Zuhause gefunden.
Ein wirkliches Bedrohungsszenario ist ohne ein gerüttelt Maß an Paranoia nur schwer dafür auszumachen.

Mögen wir alle unsere Flinten als Mittel zur Freude an der Jagd und am Sport sehen und keiner in die Lage kommen, in der eine Waffe wieder ihre Ursprungsbedeutung erfüllen muß.

Bunduki

Wir danken Doris Grauer vom Jagdparcours Bayern in Hattenhofen für Ihre freundliche Untersützung bei den Tests.

*rechtlicher Hinweis :
das bundesdeutsche Waffenrecht verbietet ausdrücklich die Montage von taktischen oder normalen Lichtquellen,welche das Ziel anleuchten können, an Waffen.
Auch zweckgerichtete Montagen/Halterungen sind explizit verboten.
Auch die Montage mittels Klebeband ist illegal !

Die Benutzung einer Lampe mittels der freien Hand ist nicht verboten.

Ein durchaus sehenswertes Video zum Thema gibt es auf You tube.
Allerding sollte man dabei bedenken dass die Filmnemacher allein von US Verhältnissenen und aus dienstlicher Sicht das Thenma angingen.Eingroßer Teil der Mun ist bei uns strickt illegal. Ihre Besitz / Verwendung könnte rechtlich zu schlimmsten Konsequenzen für den Anwender führen.
Betont sei: Die Anwendung als ziviler Waffenträger:spez. Jäger setzt andere Marginalien als die Anwenung einer Combat Flinte in
urbanem oder militärischen Dienstgebrauch.
zum Verständnis des US filmes: die dort angesprochenen „Tactical loads“ unterscheiden sich von normalen (jagdlichen) Patronen darin besonders Rückstoßschwach zu sein.
Solche Munition ist leichter zu kontrollieren und wurde im Hinblick auf A. weibliches Personal bei US Diensttellen eingeführt und ersetzt B. die bishergebräuchlichen Jagdladungen die in Ihrer Wirkung auf Humanziele überdimensioniert sind.

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7 Kommentare zu reality sucks… Flintenmythen und Notwehr

  1. Andy sagt:

    Hallo, Alex !

    Super Artikel !! Kompliment.
    Als, wie Dir Friedl bestätigen kann, nicht ganz ungeübter KW-Schütze, der obendrein eine Lampe permanent an der bereitliegenden Glock hat, erlaube ich mir ein paar Gedanken:

    1. auch ich habe zuhause eine CG mit Rem BS Nr.4 als Primärwaffe. Grund: der Droheffekt von 2 12er-Rohren ist ein anderer als der einer 40er-Glock, die ja vom Angreifer durchaus auch als bloßes Spielzeug eingeschätzt werden könnte. Warnschüsse sind ein absolutes No-Go (und diesen Punkt ersuche ich Dich von Herzen, aus Deinem Blog zu entfernen), denn sie sind ein Waffengebrauch wie der gezielte Schuß, und müssen daher genauso gerechtfertigt sein. Wenn also ein gezielter Schuß gerechtfertigt ist, ist die Kacke am dampfen, und dann blödle ich mit Warnschüssen nicht mehr herum. Besser ist, gar nicht schießen zu müssen. Hierfür ist die Chance mit der CG weitaus besser. Waffengebrauch „light“ gibt’s ned. Das wär wie ein bissel schwanger.

    2. Ich kenne die Streuung meiner Läufe. Für meine Distanzen IDEAL. Für alle House-Clearing-Situationen ebenso. Bin aber völlig bei Dir: im freien Gelände sind technisch schnell die Grenzen da, und rechtlich würde ich dort sowieso nur mehr schießen, wenn einer grad das Haus anzündet oder wen entführt (dann aber, wenn geht, mit was anderem als der Flinte)

    3. Hier in .at ist der Zugang zu einer Flinte jedermann und jederfrau (!) frei. Der zu einer KW nicht. Es ist also rechtens, wenn eine Nicht-WBK-Besitzerin des Nächtens die Flinte neben sich hat, bei einer KW wäre es das nicht. Genau das Szenario hatten wir hier in der Gegend vor einiger Zeit, als sich eine Bande herumgetrieben hat – auch mein Büchsenmacher hat seinem Weibchen eine kurze Flinte löblich geladen (die schießt obendrein Trap).

    4. KW-schießen geht nur in Hollywood so locker. Ein ungeübter hat mit einer CG weitaus höhere Trefferchancen im Stress. Mit einer KW wird auch auf 2 m bereits danebengeschossen, wenn die Leut ned wirklich fit sind. Und gleich KW MIT separat gehaltener Lampe ? Ich kann das und unterrichte es auch .. aber ich weiß, was das für ein Gefummel wird, bis das nur halbwegs hinhaut. Das ist nichts für Anfänger.

    Liebe Grüße
    Andy

  2. Bunduki sagt:

    servus Andy,

    der Artikel soll keineswegs contra Flinte als Verteidigungswaffe sein.
    Nur ,und da sind wir einer Meinung: man muß SEHR genau wissen,was man damit anstellen kann und wo die Grenzen der Waffe sind.

    das gleiche gilt für die Benutzung JEDER Waffe in einer Extremsituation… Ohne know how und viel praktische Übung ist oft das Handy das bessere Hilfsmittel.

    – ich wollte hier mal den Mythen begegnen ,die viele Leute in einer falschen Sicherheit wiegen…

    – zum Mythos gehört auch der Warnschuß. Dass der nicht viel bringt ist klar…nur krieg den aus den Köpfen raus.
    …und aus der Fragestellung des Staatsanwaltes nach einer Konfrontation!!!

    – was euer Gesetz betrifft: ich wünscht, wir hätten die gesellschaftliche Anerkennung der Legitimität von Notwehr wie sie bei Euch „noch“ als Konsens gilt.

    Für unsere teutonische Welt seh ich da schwarz.
    LG
    Alex

  3. Michi sagt:

    Hallo Alex!

    die „gesellschaftliche Anerkennung der Legitimität von Notwehr“ ist dank den oben von dir genannten Personengruppen auch bei uns in .at kaum mehr gegeben. Das Recht auf Notwehr ist jedoch zum Glück (noch) im Gesetz verankert. Ist das denn bei auch anders?
    In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren, warum du bei der Verwendung von Buckshot besondere gerichtliche Konsequenzen befürchtest. Ich meine, wenn die Situation schon einmal so verfahren ist, dass Waffengebrauch aus Notwehr gerechtfertigt ist, dann muss doch die Verwendung der Munition mit maximaler Stoppwirkung auch gerechtfertigt sein, oder? Sonst führt sich das Gesetz ja selbst ad absurdum („In dieser und jener Situation ist äußerste Gewaltanwendung gerechtfertigt, es sei denn, es wird äußerste Gewalt angewendet.“)

    lg,
    Michi

  4. Bunduki sagt:

    Wir kommen da in eine recht difuses Gebiet.
    Die Nutzung einer besonderen Art von Munition ,z.B. für die Jagd untypische Posten,kann u.U. negativ ausgelegt werden.
    Dies so vorsichtig formuliert!!! und mit der Bitte die rechtliche Seite in DE nicht weiter zu thematisieren,da es im Blog nur um die praktische Verwendung der Flinte gehen sollte.
    Rechtliche Fallstricke ,wie sie hier in Form von Munitionsauswahl,Warnschuß etc.erwähnt wurden und vorhanden sind,müssn an anderer,auch kompetenterer Stelle,diskutiert werden.
    Vor Gericht sind weder alle gleich, noch ist Gerechtigkeit das gleiche wie Rechtsprechung.Alles ist hier (leider) möglich und darauf wollte ich mit dem Seitenhieb aufmerksam machen.

    Eine Gesetzgebung die Repetierflinten und Selbstladeflinten unterschiedliche Gefährdungspotentiale zuschreibt,tut dies auch mit Munition…

    B

  5. Bunduki sagt:

    @ alle Freunde aus Austria

    der hauptunterschied zwischen unseren beiden waffengesetzen liegt in der Tatsache dass bei Euch der Waffebesitz auch als legitimes Mittel der Notwehr interpretiert und akzeptiert wird.

    im deutschen Waffenrecht wird ausschließlich dem Waffenscheinträger eine Gefährdung zugesprochen,die Waffentragen/Waffeneinsatz mindern könnte.

    JEDER andere Waffenbesitzer ist Sportler oder Sammler und darf NUR deswegen eine Waffe besitzen.
    Eine allgemeine Gefährdung oder auch nur eine zeitlich begrenzte wird NICHT als Bedürfnis zum waffenerwerb/Besitz gesehen.

    Allein dem Jäger wird noch ein gewisse aussergewöhnliche Gefährdung zugestanden und ihm deswegen im Rahmen des Jagd und Selbstschutzes das Tragen einer Schutzwaffe genehmigt.
    Eine Abkehr von diesem denken setzt bei einigen Innenpolitikern ( z.B. Körting ,Berlin) aber auch schon ein.

    deswegen : 2 Länder 2 Denkweisen

    Liebe Grüße
    Alex

  6. Reno Förster sagt:

    Hallo zusammen,

    ich finde es ist wieder ein sehr guter Artikel gelungen!

    Besonders die Wirkung der einzelnen Schrote auf die unterschiedlichen Entfernungen in Abhängigkeit des Choketyp ist gut dargestellt.

    Auch der Einsatzradius in Abhängigkeit der Waffenlänge ist treffend beschrieben.

    Jede Waffe für die entsprechende Aufgabe!

    Da wir hier beim Thema „Flinte-Notwehr“ sind, wo hauptsächlich mit Schroten geschossen wird, sollte noch der Revolver „Taurus Judge“ mit 3-Zoll Lauf Erwähnung finden.
    Diese Waffe kombiniert die o.g. Vorteile einer Faustfeuerwaffe in Notwehrsituationen mit der Möglichkeit, Schrote zu verschießen.
    Mindestens im Nahbereich von 3-5m sollte diese Selbstverteidigungswaffe Wirkung zeigen.

    Viele lieben Grüsse,
    Reno

  7. Bunduki sagt:

    Servus,
    Zu den Revolver muß ich Dir Herzhaft widersprechen.
    Diese Art von Waffen ist nicht neu,aber auch nicht in irgendeiner weise als Notwehrwaffe geeignet.
    Die .410 Patrone wäre aufgrund ihrer Vorlagenbeschaffenheit allerhöchstens als leichtsinngig in der Anwendung zu bezeichnen.
    Weniger charmant aber treffender wäre suizidal!
    Mit sowas geht man nicht in eine Konfrontation ausser es ist die Jagd nach Schlangen…wofür diese Schießgeräte auch gedacht sind.

    damit im Auto rumzuballern,wie in dem Video von Taurus gezeigt ist Quatsch;Bei uns nicht legal und möglich.
    dazu kommt dass die Streuung aberwitzig ist.Die massiven Einschläge im Video sind die Plastikpfropfen der Patronen…und die wirkt gar nicht.
    …und die lustigen Bemerkungen dass die schrotgarbe sich quasi durch die Züge zentrifugal ausbreite ist sowas von daneben,weil zigfach widerlegt.
    Aber eben typische US Reklame

    „use enough gun“ ist die logische Konsequenz von „have gun“
    und dazu ergänzend : „use al real gun“

    Grüße
    Alex

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