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Archive für Juni 2010

Bemerkenswert,lesenswert….Waffenrepublik Deutschland

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Neulich in der Buchhandlung…

Nebem den neuesten Diäten,Fußballbilderbüchern,Paraphernalien für “Uns- Lena”,seichten aber blutrünstigen Krimis deprimierter Skandinavischer Schreiber und noch seichterem für frustrierte Mamis mit Hang zu schmalzig-englischen Adelsgeschichten, findet man derzeit interessantes in der Abteilung für selbst- und fremddenkende Menschen.

Ein dicker Stapel eines recht düster aufgemachten Buches fiel ins Auge.
45er Mündung eines SAA,finster bedrohlich und überschrieben mit
Waffenrepublik Deutschland.

Der Untertitel in der Mündung mit den Worten “Der Bürger am Abzug” suggerierte erstmal : Oh-weia, schon wieder…

Auf der Rückseite reißerisch : ein Insider packt aus!
Na das kann ja heiter werden, dachte ich und zog mich mit dem Wälzer ins Hugendubelsche Lese-eck zurück.

Und schnell hatte ich mich festgelesen.

Der Autor Lars Winkeldorf, tatsächlich ein Profi und kein selbsternannter oder keiner von Galileos TV-Gnaden, klärt auf.
Sachlich, klar verständlich, hart und unbequem , humorvoll und doch immer bei der Sache.
Er nutzt die Chance und vertut sie nicht, zu fragen und zu argumentieren.
Er agitiert nicht, er polemisiert nicht (leider), er vermittelt Wissen und Fakten …
und er überlässt seinem Leser die Schlußfolgerungen.

Er hat keine Patentlösung für ein Waffengesetz,aber einen nachvollziehbaren Grundtenor:
Egal welches Recht,es ist nur soviel wert ,wie weit es qualifiziert durchgesetzt werden kann.
Sachbearbeiter und Dienststellenleiter mit unterdurchschnittlicher oder gar keiner Qualifikation werden sein Buch nicht mögen.
Genauso wenig diejenigen die zwar Kontrollen fordern ,aber das Geld dafür nicht ausgeben wollen.

Er versteigt sich nicht, wie unsere Foren und deren infantile Heißmacher, in dümmlichen Sprüchen ala gottgegebenem Recht auf Waffen und heiligem Ur-Recht auf Selbstverteidigung.
Aber seine Erklärung des staatlichen Gewaltmonopols sollte man allen Beteiligten ans herz legen.

Er wischt Staub aus den Augen des Lesers , wenn er die Geschichte unseres Waffenrechts beschreibt und das bigotte Verhältniss das diese Gesellschaft zu Waffenbesitzern hat.

Er setzt sich bewusst zwischen die Stühle, scheint sich auch dort wohl zu fühlen (was ich ihm nachfühlen kann) und schert sich nicht um Anfeindungen diverser Art.
Das geifernde Aufheulen einiger, die das Buch anscheinend nicht gelesen haben, gerne aber zu Vorverurteilungen neigen, spricht erfahrungsgemäß eher für den Beschimpften, als die Foren-Krakeler.

Er bringt Fakten von Waffen, von Mißbrauch ,wie von legalem Gebrauch.
Er arbeitet den Unterschied zwischen Waffen und deren Anwendungen heraus.
Er vermengt nicht das Unrecht des illegalen Handels mit legalem und legitimen Gewerbes…erlaubt sich aber nach der moralischen Positionen derer zu fragen, die einerseits einem “sogn.Waffennarren” das Recht auf seine Sport-Waffe absprechen wollen, gleichzeitig aber Behördenwaffen an eben diesen “vom Waffennarren zum Leistungssportler mutierten Kunden “, verkaufen wollen.

Einblick in seine Ideen findet man in diesem Podcast des SWR.

Ja, dieses Buch hat m.E. gefehlt in Deutschland.
Ja, und es fehlt in so manchem Schützen- und Jägerhaushalt, der sich sein Recht auf Waffen auch argumentativ erhalten will und konstruktiv verteidigen möchte.

Ein cleveres Buch, dass sich nicht einer Gruppe von Internet-Spinnern verpflichtet fühlt, nicht der Industrie und nicht der herrschenden Meinung.

meine Meinung: Hingehen ! Kaufen!
und kaufen Sie es öffentlich und nicht im Internet.
Fangen Sie gleich im Buchgeschäft an, für Ihre Stellung als Legalwaffenbesitzer zu kämpfen.
…Sie werden beim Kauf garantiert darauf angesprochen!

Yours truly

Bunduki

Flintenschwung und Fliegenrute…Schießpark Viecht

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Was man doch immer wieder für Überraschungen erlebt….

Auf Einladung einer Gruppe von ebenso ambitionierten wie talentierten Flintenschützen,
führte mich mein Weg ins Salzkammergut auf den Schießpark Viecht.

Wer heute an der Autobahnausfahrt Steyrermühl abzweigt ,den zieht’s in der Regel nach Süden zum schönen Traunsee,nach Gmunden und den anderen netten kleinen Ferienorten.
Doch auch nach Norden geht’s an der Traun entlang, in ein schönes Urlaubsland mit herrlichen Flusslandschaften, die bekannt für ihre Eignung zum Fliegenfischen sind.

Viele Hotels bieten Angelkarten und Kurse im Fliegenfischen an .
Gmundner und Ebenseer Traun,Ager und Vökla lassen die Augen der Fliegenfischer strahlen.

Es ist eine Merkwürdigkeit, dass viele Fliegenfischer auch einen Hang zur Flinte haben und vice versa.
Also ist die Lage des Schießparkes Viecht die logische Fortsetzung des Traumes vom ewigen Schwung…sei er mit der Flinte oder der gespleißten durchgeführt.

Ganz nah der Autobahn liegt in einem alten nun sorgfältig begrüntem Steinbruch der Schießstand von Ing.Reinhard Mayr und dem OberÖstereichischen Landesjagdverbandes.

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Klein ist der Stand,aber raffiniert ausgebaut um ganze 4 ausgewachsene Jagdparcours unterzubringen,dazu noch Tunnelschießanlagen für Büchse und Kurzwaffen.

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Die Parcours bieten jagdliche Präsentationen von weiten und nahen Tauben ,unprätentiös aber realitätsnah,teilweise verspielt, aber nie auf dem Abweg zur artifiziellen Sportingtaube ohne Bezug zur Flintenjagd.

Gerade der Teilparcours „Biotop“ wird sowohl seinem Namen als auch seiner Bestimmung gerecht ,eine feine jagdlich Übung zu sein.
Minis,eine moderater und somit akzeptabler Chandelle (looper),weite Doubletten und schnelle Crosser lassen es einem nicht langweilig werden.

Damit einem in diesen heißen Tagen nicht die Hitze zu Kopfe steigt (wie mir) ,sorgen sich eine Reihe von Mitarbeitern um die Schützen.
Liebevoll zubereitete Speisen und Brotzeiten gibt’s und gegen deutsche Stände fiel auf:
Es wurde einfach viel gelacht und freundlich gelächelt.
Man grüßte sich freundschaftlich, unabhängig von der parkenden PS Zahl, und ging herzerfrischend kameradschaftlich miteinander um.
Kein tweediges Gegockel, kein community-Dünkel und auch kein „Adabei-geprotze“ .
Schlicht: jagdlich Kameradschaft.
Die Puller waren sehr aufmerksam, hilfsbereit und alles andere als trinkgeldschnorrende
Wichtigtuer,wie wir sie von einigen deutschen Ständen kennen.

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Das angenehme Gefühl des ” Leben und leben lassen”, hat sich dort wohl erhalten.
Kein Wunder, dass es immer mehr Schützen aus Bayern gibt ,die den Weg nach Viecht nehmen.

Es gibt größere Stände, aber wenige, bei denen auffällt,dass sich der Betreiber kümmert.
Keine Hülsensumpf, durch den man waten darf,keine Pappschachteln,keine überlaufenden Papierkörbe.

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Hotels sind nah und gut..ein Beispiel :das Waldhotel Waldesruh mit sehr ambitionierter Küche und dem in der Region üblichen Beiprogramm für Fliegenfischer!

Wen’s nach Viecht zieht, sollte sich vorher mit Herrn Ing.Mayr in Verbindung setzen.

Genaue Lage des Standes …und aller anderen Stände in AT gibts natürlich hier
Bundukis Schießstand maps von google

So einfach wird man beide Sportarten selten verbinden könne.
Für mich auf jeden Fall ein Grund auch privat wieder zu kommen.

Gute Reise ins nahe Nachbarland und viel Spass und Petri Heil

Yours truly

Bunduki

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PS:
Für alle erstmaligen Grenzgänger:
Der Stand erlaubt Bleischrot!Munition kann dort erworben werden.
Nach AT bedarf es des EFP.
Maximal 2 Waffen p.P. dürfen mitgebracht werden.
Bitte von Kurzwaffen und Halbautomaten absehen.Dafür bedarf es Sondergenehmigungen /Einladungen zum Wettkampf etc.
Vorderschaftrepetierer sind in Österreich strickt verboten.
Angelkarten gibts in den Hotels, ebenso wie Fliegenfischerkurse für Anfänger und Fortgeschrittene.

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