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Archive für Januar 2009

best gun ? …my best gun? …the very best gun ?

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Hat der Berg der Erkenntnis eine Seilbahn?

Selbstverständlich haben wir alle ein gottgegebenes Anrecht auf das allerbeste!
Das steht ausser Frage , denn die Werbung aller Branchen hat dafür gesorgt, dass dies auch jeder glaubt.

Wir selbst sind ja ebenfalls die besten !
Die nettesten Auswanderer, die beliebtesten Touristen, die größten Obamafans und selbstverständich die besten Jäger, mit dem allerbesten Jagdsystem seit Skadi die Hatz aufgegeben hat.

Nun ist das allerdings so eine Sache, wenn’s Superlative hagelt.
Zumindest bei Flinten.
Oben auf dem Berg der flintentechnischen Erkenntnis ,wird’s eng und die Luft dünn, weil dort, ganz nahe bei den Flintengötter, gelten andere Maßstäbe als unten im Tal bei den Sterblichen.
Zumal wenn den Göttern und ihrenn Besuchern , die Sicht genommen wird , durch den frevlerischen Nebel des Marketingteufels, der seit weit über hundert Jahren die Sinne aller kräftig durcheinander bringt.

So kommt’s, dass unten im Tal die Leut’ schießen was kracht, sich freuen wenn’s dafür auch noch Wildbret gibt, oder die Tonscheibe zerbröselt.
So kommt’s, dass diese Leut sich einen Teufel um Markennamen scheren, kaufen was billig ist, jedes Märchen glauben und die Flinte für ein unedles Schießgerät halten, das aus zwei Wasserrohren und einem alten Steifelknecht gebastelt wurde.
…und oft sehen Ihre Flinten auch genau so aus.

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Oben bei den Göttern, da wird gebuhlt und geeifert ,um möglichst nahe an Gott Purdey und den verkommenen Götterschwestern Holland zu sein.
Da ist’s nicht ungewöhnlich, seine Seele, das Aktienportfolio und Frau samt Gespielin für ein MacKay-roundbody Päarchen zu opfern.
Die bedauernswerten Sklaven der Götter sind auf ewig ,oder bis zur nächsten Insolvenz, verdammt, in nichts als Barbourjacken und Tweedmützen ihren Idealen nachzujagen, ohne jemals zu erkennen, dass viel von der dünnen Atmosphäre dort oben, eh bloß heiße Luft ist.

Weiter unten, im Nebel des Marketing kämpfen sich wackere Gesellen durch den Dschungel von Innovationen, Neuigkeiten, Erfindungen und vermeindlichen Verbesserungen, auf der Suche nach einer Flinte die „ besser“ ist…
Diese mutigen Menschen wissen, ob der Gewalt dummer Wortschöpfungen…
…Sie lassen sich nicht von „come in and find out“ vom Wege leiten und wissen ebenso, dass der vermehrte Gebrauch des englischen „active „ nicht nur sprachlich verwerflich ,sondern auch unsinnig ist.
Dramatische Werbevideos, deren Kernprodukte ebenso austauschbar sind, wie die Dramaturgie und Stilmittel geklaut sind, prasseln an diesen wackeren Suchenden ab.

Was hat sie nun dermaßen gestählt, sich durch den Nebel der Erkenntnis zu kämpfen, was gibt ihnen Kraft und Entschlossenheit?
Es ist ,was der Dichter so schön ,“die Milch der frommen Denkungsart“ bezeichnet…
…der Kern dessen, was homo sapiens und homo ludens am meisten vom bananenlechzenden Baumbewohner unterscheidet…
Der freie Wille, das Wissen und der heilige, eigene Geschmack des flintenschießenden Individuums!

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Was macht nun eine gute Flinte aus? Was kann sie besser machen als andere?
Nun, Güte und Ansehen liegen immer in der Sichtweise des Betrachters.
Will man das Ganze eher subjektiv beurteilen, so kommt man nicht an der „weltweiten Akzeptanz“ vorbei, die ein Industrieprodukt erfahren muss, um sich qualitativ einordnen zu lassen
Akzeptanz wir erreicht durch :
Innovation – technische Umsetzung – praktische Bewährung

Das erste :Innovation ist die Lösung von bestehenden Problemen mittels einer neuen Technik, die meist auf einer neuen Denkweise oder neuem Wissen basiert.
Sie ist Dreh und Angelpunkt allen Fortschritts.

ABER sie ist nicht immer zwingend nötig!

Ein Produkt zur Akzeptanz zu führen oder dort zu halten , gelingt, wenn die technische Umsetzung der Aufgabenstellung eines Produktes ,zwar mit bis dato konventionellen Mitteln, aber dafür verarbeitungstechnisch perfekt gelöst wurde.
Das heißt in der Realität der Flinten:
Nicht jede neue Erfindung, nicht jedes innovative Gimmik, setzt sich auf dem Markt durch.

Auch gute Erfindungen und Innovationen sind nicht immer zielführend.
Beispiel: Zündverzugszeit !
Man kann sie immer weiter herabsetzen, ohne noch irgendeinen Vorteil in der Praxis zu erlangen .
Hier setzt das Marketing seinen merkantilen Paukenschlag!
So entstehen rein ökonomisch zu erklärenden „trends“ wie z.B der Lauflänge.
Da wird versucht, ein individuelles, weil auf den Schützen, seine Schießweise und seine persönliches Art der Flintennutzung abgestimmtes Maß, mit neuen Dogmem/Trends zu erschüttern.

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Nochmal zurück zur Akzeptanz

Langfristig akzeptiert wird auf dem Flintenmarkt nur, wer sich mit langlebiger Qualität, und tauglichen, weil unproblematischen Lösungen für Handling und Haptik , zeigt.

Daran liegt es, dass wir bei BDFs z.B. nur eine wirklich kleine Anzahl von Verschlußarten haben, die sich durch hunderttausende von gefertigten Waffen bewährt haben.
Diese Verschlüsse werden alle kopiert, manchmal exzellent, manchmal gefährlich naiv.
Die Urmodelle von Browning, Beretta, Boss, Krieghoff sind heute noch lebendig wie am ersten Tag.
Neue Spielarten kommen, alte verschwinden. Die letzteren haben den Test der Zeit nicht bestanden , den ersteren steht er noch bevor.

Deswegen sollte der Wanderer durch den Nebel beherzigen:
Neues muß sich bewähren…
…Vertrauen darin zu setzen ist nicht falsch, sondern ein Teil der Entwicklung jedes Produktes…
Neues ist nicht deswegen gut oder schlecht, weil es neu ist…es ist anders und vielleicht noch nicht fertig …oder doch besser, als alles was vorher war?
Verwirrend ?… Nein, nur reale Entwicklung minus Marketinggetöse!

Die viel gepriesene Bestgun ist ein gutes Beispiel dafür.
Was an ihr fasziniert, ist, seinen wir ehrlich , zu aller Erst ihr exorbitanter Preis.
„Ansonsten scheinst eine schöne Querflinte zu sein , die hübsch verziert ist.“ Zitat Banause

Egal ob London, Birmingham oder scottish “best gun”, natürlich ist mehr dahinter als insularer Snobismus..
Ca. 900 stunden Handarbeit, in der alles „händisch“ nach der Büchsenmacherkunst der Jahrhundertwende hergestellt wird.
Das Resultat ist ein , logischerweise mit Minimaltoleranzen versehenes, schießfähiges Kunstwerk.
Als solches wird „the best gun“ von Sammlern angesehen und so sehen auch die Bücher über dieses Thema aus.
Die ,welche sich den Gebrauch solcher Waffen leisten können, weil sie im geerbten Schloß mit dabei waren, freut’s.
Jene ,die sich so was leisten müssen, um gesellschaftlich auf der Insel akzeptiert zu werden, freut’s ebenfalls, weil der Wertverfall des Teils vernachlässigbar ist.
Und jene, die so was sammeln…nun, Sammler haben für alles ihre eigene Logik.

Dennoch sind diese wunderschönen Flinten anachronistisch hergestellte Waffenkunst, deren evolutionärer Einfluß auf den Rest der schießenden Welt nicht mehr relevant ist.

Und was die ach so legendäre Zuverlässigkeit anbetrifft…
Halten zu Gnaden, werte englische gunsmiths:
Für 80000 Pfund darf ich gefälligst eine Flinte erwarten, die passt, zuverlässig ist und nicht nach 30 Jahren den Geist aufgibt.
Denn all das kann eine moderne japanische oder italienische Flinte zum „Sozialhilfesatz“ von 2500 Euro ebenfalls.

Nun zurück in die reale Welt der Flinten.

Der Wunsch nach einer besseren Flinte wird oft missverstanden.
Einerseits gibt’s Leute, die suchen einfach eine Flinte ,die etwas mehr Prestige hat, ein moderneres Image innehat oder schlicht protziger ist.
Nichts dagegen zu sagen.
Das ist die Ursuppe des Marketing, das Fegefeuer der Eitelkeit…
Hier gibt es Bümas und Hersteller, Marketingabteilungen und Werbefuzzis die „Hosianna“ rufen und ihr Opfer promt umgarnen, wie weiland die rassige Kalypso den orientierungslosen Odysseus.

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Doch lassen wir die Profilneurotiker mal außer Acht, so finden wir viele Schützen die gerne mehr wollen, als Leistung steigern…sie suchen in einer Waffe auch individuelle Charakteristika zu finden, mit denen sie sich langfristig indentifizieren können.
Ein Freund nannte so was mal eine „Lebendsflinte“.

Da spielen Ratio und Gefühl mit, Flintentechnik und persönlicher Geschmack.

Der Ratschlag für einen heutigen Jungjäger ist einfach, denn seine Waffe muß universell sein, um alle kommende Aufgaben lösen zu können:
BDF-Sportingmodell,12/76,stahlbeschuß,Wechselchoke ab 1200 Euro (gut verhandelt)neu;basta!

Viel schwieriger , aber auch reizvoller ist es, eine Waffe zu suchen, die eine ganz bestimmte Aufgabenstellung für ihren Besitzer erfüllen soll.
Soll’s die Krähenflinte sein, soll’s ein Päarchen für getriebene Fasane sein, was leichtes in 20… weil kein Wasserwild vorkommt, vielleicht ein Set für das jagende Ehepaar, oder ein Set mit 20 und 12,… oder ein 20er SLF-päarchen für Argentinien,… austauschbare Schaftvarianten…..oder …oder

Sie sehen, das Waffensystem ist dabei völlig egal ist.
Auch Kaliberdiskussionen werden überflüssig.
Ob verstärkt beschossen oder nicht, kann einem Taubenjäger schnurz sein ,und derjenige der das schlanke Laufbündel einer 16er schätzt, wird sich schon mit Munition einzudecken wissen.

SUUM QUIQUE

Dem Suchenden stehen alle Varianten von Flinten zur Verfügung.Neu, gebraucht,modern, klassisch …unabhängig von Überlegungen zu Wiederverkaufswerten oder dem Gedanken an zukünftige Erben und gegenwärtige Erbschleicher.

Sobald er seine eigene kleine „Must have“ Liste nach seinen Wünschen erstellt hat, steht ihm die Flintenwelt offen.
Denn nun ist er unabhängig von den Luftblasen des Marketing, die ihm eine neue Fischhaut und ein Leuchtkorn als Innovation andrehen wollen.
Jetzt merkt er, dass Facelifts bei Flinten ebenso peinlich sind, wie bei unter mediteraner Sonne gegrillten Societydamen, jenseits des Verfallsdatums.

Individualismus ist der Kernbegriff, der bei der Auswahl und der Gestaltung einer „my very best gun“ hochgehalten werden muß.

Wohlverstanden, man ist nicht auf die Hochpreis-Waffen angewiesen, aber man wird langfristig dennoch einiges an Zeit, Information und viel Geld in so eine Waffe stecken müssen.

Man geht von einem Basismodell aus, dass sich in der Praxis bewährt hat, unterscheide dort aber zugunsten seiner persönlichen Vorgaben.
Was sich sportlich bewährt, muß jagdlich nicht ebenso Top sein und vice versa.

Die Waffe muß zumindest das Potential haben, gut ausbalanciert werden zu können; dies wird die Aufgabe eines guten Schäfters sein.
Länge Größe und Gewicht werden NUR durch den Schützen und seinen Schießstil bestimmt.

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Das Schloßwerk wird von Fachleuten so getunt, dass Abzugsgewichte wunschgemäß und gleichmäßig lösen, alle Flächen poliert sind, Schwachstellen mit besseren Materialien versehen werden etc.

Wie weit Verzierungen nun eine Rolle spielen, entscheidet der Auftraggeber.
Denn Gelsenkirchner Barockkarniggels sind ebenso wenig jedermanns Geschmack, wie
Moderne Emaile-arbeiten, Bolinogravur oder die schlichte schwarze Basküle.

So kommen sich persönliche Vorstellung und Waffenbau am nächsten.
NUR die individuelle Vorstellung und deren fachliche Umsetzung zählen.
Zeit spielt dabei keine Rolle…oftmals werden solche Flinten über diverse Jahre immer wieder weitergebaut (je nach Finanzlage des Besitzers), Wartezeiten spielen keine Rolle, weil man weiß, worauf man wartet.

Also :
Definieren Sie konsequent, aber auch realistisch Ziel und Zweck ihrer Waffe.
Suchen und probieren Sie alle möglichen Waffen und Systeme durch.
Machen Sie sich kundig, was handwerklich geht und was nicht.
Entscheiden sie nach Langlebigkeit und Zuverlässigkeit ihre Basiswaffe.
Scheuen sie keine Umstände und Entfernungen um an Holz, gute Schäfter und Büchsenmacher zu kommen .
Lassen sie sich und ihrem Geldbeutel Zeit!

Um wirklich an die Spitze des Berges zu kommen, gibt es keine Seilbahn oder Abkürzung.

Die Nebel der Eitelkeiten umwehen heute schon den Gipfel, aber manchmal schenkt einem der Glaube an ehrliche Handwerker und gute Konstrukteure den klaren Blick von dort oben, auf eine wunderbare Welt von individuellen Flinten.

Und wer glaubt, dass der Flintengott Purdey oder Boss heißt, wird feststellen, dass dem nicht so ist. Diese scheinen wohl eher Halbgötter zu sein , für jene, die jemand zum Anbeten brauchen.

Wie sein richtiger Name ist, weiß wohl niemand, man munkelt, er würde manchmal auf Pietro oder John hören…manchmal auch auf Moses, Jose oder …Oskar

Bunduki

shooting sportsman…so schön kann Flintensport sein

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kein Waffenmagazin,keine Jagdzeitung…

Livestile magazin für die wenigen, die glücklichen, die sich und Teile ihres besseren Ich’s dem Flintensport ergeben haben.

Shooting Sportsman Magazin und Webseite

Man findet nicht alles was den Namen Flinte trägt,man findet nicht jeden, der glaubt im Flintenhimmel zu sitzen,…aber das, was und wen man findet ist großartig ,unterhaltsam, kurzweilig und immer auch lehrreich.

Ein empfehlenswerter Artikel ist z.B. derjenige über Eric Claptons Waffen und seinen “personel bug”.
Wie gut, das es auch “slow hand” geht wie unsereins…. ;)

Gute Unterhaltung

Bunduki

Kurz und klein, lang und fein…Schaftlängen

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Der schlimmste Feinde des Schützen ist die Säge und die bei uns ungebrochene Lust, gute Flinten durch Schaftkürzen zu ruinieren.

Woher das kommt?
Man darf spekulieren.
Einerseits repetieren einige Ausbilder immer noch Weisheiten der Wehrmachtsshleifer und deren Rechtsnachfolger dem „Club der Bierdimpfl“, wie man Schäfte mittels Armbeuge vermisst.
Andererseits gehen viele Bümas das Risiko ein , einem Kunden im Geschäft lieber den Schaft kurz zu rasieren, damit dieser, die dann leicht anzuschlagende Waffe, kauft.

Dazu kommt der Unwille, die neue Waffe auf einem Stand mit diversen Präsentationen unter Anleitung auszuprobieren.

Erst bei der praktischen Erprobung zeigt sich aber, ob der Schaft passt, oder wie er überarbeitet werden muß.
UND :
…oftmals erkennt der Waffenbesitzer gar nicht das Potential seiner Waffe (und damit auch nicht sein eigenes), weil er auf einem subjektiven Eindruck vertraut: „Die Waffe bleibt nirgends hängen!“

Bleibt zu sagen:
Eine Waffe mit zu kurzem Schaft bleibt niemals hängen…sei der Anschlag noch so schlecht!
Fatal dass viele schlecht oder gar nicht ausgebildete Schützen diesen kurzen Schaft für passend halten und seine Länge nicht überdenken. Das Scheitern des Lernens ist vorprogramiert!

Eine Waffe mit korrektem Schaft bleibt niemals hängen…wenn der Anschlag stimmt!
Was am Anfang als Erschwernis wargenommen wird,bekommt aufgrund der fehlenden blauen Flecke,der gleichmäßigen Bewegung und des anfänglichen “Bremsens” des Temperatments eine didaktische Eigendynamik: Die Länge erzieht zum sorgfältigen Anschlag!

Nur mit einem in der Länge wenigstens moderat angepassten Schaft ist eine Lernleistung beim Schießen zu erreichen !

UND NOCHMALS!
Ein zu kurzer Schaft bewirkt falsche Bewegungen, setzt Muskeln verkehrt ein, verändert die Balance der Flinte negativ .
Es gibt blaue Flecke, frustriert und führt langfristig zu dauerhaft schlechter Schießleistung!

Gibt es Formeln zur Feststellung der Schaftlänge ?
Ja, genau wie es Berechnungen gibt, wie die ideale Frau aussehen muß!

Eine Formel ,so gut sie auch sei, kann nicht die Anwendungsarten und die individuelle Anwendung einer Waffe vorhersagen.
Längenmaße allein sagen nichts über Muskelmasse, Muskeltonus und Bewegungseigenheiten des Schützen aus.

Die beliebteste und dämlichste Vermessung ist die Armbeugenmeßmethode, die nun schon jeder in Geschäften und leider immer noch in Ausbildungen, anempfohlen bekommt.

Sie basiert grob auf der Courallymethode der Körpervermessung, lässt aber sämtliche Feinheiten weg und ist deswegen so grob, wie falsch und unbrauchbar.

Wollte man damit ursprünglich nur einen groben Anhalt über die Handhaltung erhalten und ein grobes UNTERMASS des Schaftes vermeiden, mendelte sich aus dieser Methode eine teutonische Einheitswahrheit, die unzählige Flintenschützen noch heute beeinträchtigt.
Das diese Methode unsinnig geworden ist, zeigte sich erst, als der Durchschnittsmensch immer größer und somit auch sein Unterarm immer länger wurde.

Was folgte, war der kollektive Aufschrei: „Schaft ab! Was früher richtig war, kann heut’ nicht verkehrt sein!?!“
Dabei wurde vergessen, dass die Armbeugemethode immer verkehrt war (und ist), solange sie ausserhalb eines sehr ausgeklügelten (wenn auch nicht mehr zeitgemäßen) Systems, angewandt wird.

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Und Schaftlängen-ausmessen ist dabei so einfach.

Man nehme eine Flinte, idealerweise mit einer stufenlos verstellbaren Schaftkappe und begebe sich auf den Schießstand.
Der Schaft wird so lang wie für den Schützen gerade noch akzeptabel eingestellt.
Die Kopfposition sollte bequem sein und zunächst sollten dabei zwischen Nase und Daumenwurzel zwei grobe „Wurschtfinger“ passen.

Dann wird geschossen.
Quertauben, Trap und vor allem einfliegende Fasanentauben!
Hier, bei der Überkopftaube wird am ehesten zurückgeschraubt werden, denn hier kommen Armlängen, Muskelspannungen und Statur voll zur Geltung.
Diese Schüsse sollten so durchgeführt werden, dass der Vermessende den Anschlag des Schützen immer wieder maßvoll korrigiert.

Passt die Flinte bei diesen Schüssen, bleiben noch Feinheiten.

Diese Feinheiten bestehen aus der unterschiedlichen Kleidung des Schützen, Sommers wie Winters, beim Sportschießen oder auf der Jagd.
Um diese Dinge auszugleichen bietet die Industrie heute schnell austauschbare Schaftkappen an, die mit einem Handgriff die Flinte für den Winterparka kürzer machen können.
Wem die austauschbaren Gummikapppen nicht konvinieren, der kann sich die Kappen seiner Wahl vom guten Büma mit ein paar Gewindeschrauben zur schnellen De- und Montage ausrüsten lassen.
Nur die Schaftlänge für jede Jahreszeit gibt’s halt nicht.
Schaftlängen-anpassung ist einfach.

Alles kein großes Geld , keine lange Arbeit, kein großer Aufwand.

Spricht man von Schaftmaßen, fällt zwangsläufig der Begriff Pitch.
Lustig wird’s, wenn man nun nach dem Sinn dieses Maßes fragt, oder gar wie er gemessen wird.

Kurz gesagt ist dieses Maß der Winkel der Schaftkappe zur Schienenachse.
Gemessen wird dieser Winkel professionell mit einer Winkellehre oder errechnet mit den im Bild angegebenen Maßen A1 und A2.
Es gibt einen positiven und einen negativen Pitch, der sich am 90grad Winkel orientiert.

Die Pitch-meßmethode, bei der man die Flinte mit ganzer Kappe auf den Boden stellt (die Baskülenoberseite berührt dabei die Wand) und dann die Entfernung Mündung Wand
vermisst , sollte jedem Freund der Geometrie zweifeln lassen.
Bei dieser Methode vergisst man nämlich schnell die unterschiedlichen Lauflängen !

Wozu brauch ich den Pitch ?
Eine nicht selten gehörte Frage, die auch seit fast 100 Jahren gehörig diskutiert wird.
Greener will keinen ,Churchill aber schon, die einen wollen ihn bei den Trapflinten ausgeprägt ,die anderen bei den Jagdflinten,
Bei den Bockingen etwas mehr, die queren bekommen weniger… oder wieder ganz anders rum ?!.
Will der eine Hochschuß damit bewirken möchte ein anderer ihn zur besseren Rückstoßverarbeitung, un der dritte schnitzt mit Begeisterung an jeden Schaft herrum ,Hauptsache die Kasse klingelt und der Kunde wird mit Pitch-Esotherik aus Lummerland zugedröhnt.

Fest steht allerdings, dass wir Menschen recht verschieden sind.
Muskelmasse am Hals und im Brustbereich, Brustform, Übergewicht und Bekleidung prägen dieses Bild .

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Derzeit ist man aufgrund der neuen dynamischen Schießtechniken dabei, den Pitch prinzipiell zu überdenken.
Dabei wird dankenswerter Weise das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet, sondern versucht, die früheren Auswüchse der fanatischen „Pitchbastler“ einzudämmen.
Die großen Hersteller stellen ihre Waffen meist mit einem sehr gemäßigtem, oder neutralem Pitch her , der vor allem eine möglichst große Auflagefläche der Schaftkappe fördern soll.
Dies ist ein richtiger Gedankengang, denn so werden auch die Rückstoßkräfte optimiert in den Körper der Schützen weitergeleitet.Wahrscheinlich die wichtigste Aufgabe des Pitches.

Ebenso richtig erscheint mir persönlich, dass der Pitch bei Waffen ,die im Voranschlag geschossen werden (Trap,ZZ,Pigeon etc), vernachlässigbar ist, da der Schütze seine Waffe vor jeden Schuß im Anschlag optimal auzurichten versucht.
Dazu richtet er i.d.R. seine Oberkörperhaltung anders aus ,als dies ein Jäger oder dynamischer Parcourscschütze tut.

Beim schnellen Jagd- oder Parcoursschuß , zeigt ein optimierter Pitch aber seine Stärke.
Doch Vorsicht.
Beim wilden,wahllosen Absäbeln sind schon viele gute Flinten ruiniert worden.
Hilfreich ist auch hier, ein ausgiebige Runde mit einem verstellbarem Schaft, oder für den Heimwerker, mit einer kleinen Auswahl an Zwischen-keilen, die man zwischen Schaftkappe und Schaft legt.

Bedauerlicherweise wird vielen Frauen immer noch zu einem starken Pitch geraten, wenn’s blaue Flecken von der Schaftspitze im oberen Brustbereich gibt.
Hier hilft keine Pitchveränderung, sondern eine abgerundete Schaftspitze und /oder ein schmaleres Schaftprofil!…manchmal auch einfach bessere Anatomiekenntisse.

Sie sehen, keine Hexerei, keine Geheimwissenschaft…. aber vielfach von Gerüchten und Halbwissen, Vermutungen und leider auch der Leidenschaft am schnellen Geld verfälscht.

Wer eine passende Flinte will, der begebe sich in die Hand von Profis, also von Leuten die sich berufsmäßig mit Flinten beschäftigen und damit auch ihren Lebensunterhalt verdienen.
Sie werden sehen, dass es bei diesen Leuten weder Dogmen oder Volksweisheiten, noch Abkürzungen zum Superschützen gibt.

Denn Training, Ernsthaftigkeit und Bescheidenheit, sind beim Flintenschießen ebenso wichtig wie ein passender Schaft.

Bunduki

Kein Holzweg… Schränkung und Senkungsmaße

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In Fortsetzung unsrer kleinen Winkellehre vom Dezember, und damit sich einige Wissbegierige die Mails sparen , hier ein kleiner Ausflug in die Schaftmaße.

Da der Schießende Mensch ein Gesicht hat, in dem die Augen meist recht apart und schmückend platziert sind und er von seinem Konstrukteur nicht zielgebunden zum Schießen mit der Flinte gebaut wurde…muß man die Flinte an den Menschen anpassen.

Am Schaft ist dies nicht mal besonders schwierig.
Betrachten wir unser Gesicht im Spiegel und legen die Fingerspitze an den Punkt, an dem auch (idealerweise) der Schaftrücken unsere Wange küsst, so haben wir den ersten Referezpunkt !
Wohlgemerkt nicht dogmatisch und nicht in Steingemeißelt,sagen die Flintengötter,denn im Gegensatz zu manchem tweedgewandeten Flintenerweckungsprediger, gestattet uns St. Greener und die seinen, einen durchaus individuellen Anschlag.

Im vorherigen Artikel, ist dies der grüne Bereich der „aktiven Senkung“; im Gesicht ein Punkt unterhalb unsres Jochbeines.
Von dort aus geradlinig nach oben, bis zur Pupille ist die Distanz zwischen „aktiver Senkung/Anschlagspunkt „ und dem hintersten Punkt der Visierlinie.
Voila: die aktive Senkung !

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Nun zur Schränkung.
Bedenkt man, dass der Schaft nicht direkt unters Auge/Visierlinie platziert werden kann, muß also der Schaft aus der Mitte der Visier- und Schienenachse geschafft werden, um dem Gesicht Platz zu machen.
Hier spielt nun die horizontale Entfernung von Augenmittelpunkt zum Anschlagspunkt/Jochbein eine Rolle.
Nun wird auch schnell klar, warum ein Mensch mit besonders breiten Wangenknochen und eng stehen Augen, eine andere Schränkung braucht, als ein Standardmensch „germanischer“ Gesichtsprägung.

Das sich die Schränkung nach unten zur Schaftspitze erweitert, ist notwendig um Verkanntung beim Anschlag zu vermeiden.
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Wie kommt man nun zur Schränkung ?
Standardschäfte in Europa haben auch schon die Standardschränkung. Besonders gewitzte Hersteller bieten natürlich auch Wahlschäfte in Senkungs- und Schränkungsvariationen an.

Die „Cleverles“ (schwäbisch-englisch für Genial) unter den Schützen, bevorzugen den verstellbaren Schaftrücken, mit dem viel Verstellung für wenig Geld gemacht werden kann.
Die „uppercleverles“ (schwäbisch-engl. für ganz Gscheite) wissen, welche Büchsenmacher und Schäfter solche Sachen auch in bestehende Flinten einbauen können.
Die Profis wenden sich hierhin:
Paretti

Tja, und dann gibt’s die Maßschäfte, die natürlich ganz toll sind, wenn sie nicht nur vermessen, sondern die Maße auch auf dem Schießstand mit dem Gelenkgewehr erprobt wurden…
Leider sind diese Schäfte bei uns sehr teuer und nicht jeder hat Verbindungen ins Land der Zitronen , in dem es von guten ,schnellen und preiswerten Schäftern wimmelt.

Manche sind gut, schnell und manche sogar richtige Meister, die Holz nicht nur einfach in die Computerfräse einspannen: Meister Tucci

Ein Maßschaft ist etwas großartiges…
… für einen Schützen der deutlich gehobenen Mittelklasse !
Denn der hat den manifesten Anschlag, den ein Maßschaft voraussetzt.

Sich einen Maßschaft basteln zu lassen, um Anschlagfehler auszugleichen,scheint mir verlorenes Geld.
Es ist, als wolle ein Schwerhöriger seine Schwerhörigkeit dadurch beseitigen, dass er den Lautsprecher noch höher aufdreht…
Also : erst mit einem flexiblen Schaftsystem die Grundlagen erlernen und dann, wenn’s konviniert, den Bausparvertrag für den Maßschaft auflösen.

Da in der Überschrift das Wort Holzweg steht, fällt mir die putzige Kunst des Schaftbiegens wieder ein.
Macht es sich der ,die Alpensüdseite bevölkernde Genussmensch wieder mal einfach und baut seine Schäfte mit viel Holz, von dem er bei Bedarf einfach was wegschrubbeln kann, begeistert sich der kühle Nordmann an heißem,bubberndem Öl und wabernden,wogenden Wassernebeln wagnerianischen Ausmasses,die gewiss eines für sich haben:
…Die Lust an heißer Luft! Pffffffffffffffft…..

Damit eingeweicht biegt sich das Schaftholz, trocknet aus und schwupps…federt nach, reißt… und/oder irgendwann ist es wieder in der alten Form. ;)
Dass der Besitzer , wenn er Glück hat, nichts vom Zurückfedern merkt , liegt oft daran, dass er über die Jahre, die das Holz zum Zurückweichen braucht, seinen Schießstil an den Schaft anpasst.
Wenn er weniger Glück hat, das Holz gleich reist oder schon beim Austrocknen zurückfedert, oder er zu den geizgeilen Pfuschwerkern gehört ,die meinen ,so was selber, ohne das passende Werkzeug (und Ausbildung) machen zu können … tja, dann wird eben Lehrgeld bezahlt … :)

Schaftbiegen ist eine Kunst, die vom Fachmann mit passendem Holz ausgeführt, auch langfristig zum Erfolg führt. Doch Vorsicht ! Nicht jeder ist Fachmann , der mit heißer Luft arbeitet… und nicht jedes Holz passt.

Demnächst werden wir uns in die wunderbare Welt der Schaftlängen begeben…ein Paradies von Märchen, Gruselgeschichten, alt teutonischen Messmethoden und jeder Menge esotherischer Weisheiten allwissenden Stammtisch-Magier…

Bunduki

Wettkampf- Termine Europa 2009

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2008 ist Vergangenheit! Auf zu neuen Taten!

Eine kleine Vorschau auf die Wettkampfszene des Jahres 2009.
Einige Verbände waren mit der Planung schon rührig, andere …eben nicht ;)

Wer 2009 übern Tellerand nicht nur gucken, sondern auch schießen will…hier eine kleine subjektive Auswahl:

Austria : SCCA

Austria :VJWÖ

Niederlande

Niederlande Parcours

Italien

Italien FIDASC

Spanien

Portugal

Frankreich

Lettland

FITASC international

ETU Europeam Trap union (AmTrap etc in DE)

Viel Freude an den Wettkämpfen und viel Gelegenheit neue Freunde zu finden.

Bunduki

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